Was wir von einem nomadisierenden, ungarischen Mathematiker auch lernen können.

Gegen Ende meiner Schulzeit und Anfang des Studium hatte ich die Zeitschrift Scientific American abonniert. In einer der Ausgabe las ich von einem ziemlich verrückten ungarischen Professor für Mathematik. Er zog wie ein Nomade weltweit mit einem einzigen Koffer durch die bekanntesten Mathematik-Labore dieser Welt, in den großen multinationalen Erdöl-Unternehmen , in großen Transportfirmen, internationalen Banken und Versicherungen.. und löste sehr schwierige Aufgabe, an denen die anderen schon gescheitert waren.

Das besondere an ihm war, dass er nie ein Honorar verlangte, sondern es immer in das Ermessen der Auftraggeber überließ, was seine Arbeit Ihnen wert war. Er hatte ein großes und enges Netzwerk an Kollegen, ein exzellentes Renomée und man kannte und schätzte ihn sehr gut.

Paul  Erdös, so hieß dieser außergewöhnliche und legendäre nomadisierende Mathematiker aus Ungarn. Er war Professor in Budapest und an vielen anderen Universitäten – und zudem auch noch etwas autistisch veranlagt. Damals ein Sonderling. Heute als freischwebender Arbeitsnomade fast eine Normalität.

Er und seine Lebensise hatte mich schlagartig in den Bann gezogen. Hier ist ein längeres Portrait in Youtube von Erdös. Lange Zeit hatte ich den Wusch so ähnlich wir er zu arbeiten und zu leben. Doch dann wurde ich Vater von dreien und die Prioritäten verschoben etwas sich. Ganz aus dem Kopf ging mir Paul Erdös aber nie. Gerade wieder heute.

Was würden meine Kunden sagen, wenn ich mein Honorar in deren Ermessen stellen würde? Was wäre meine Arbeit ihnen Wert? Faktisch mache ich das ja schon intuitiv ganz lange. Ich teile vorher nicht meine Forderung, sondern lasse mir vorab ihr Angebot bzw. ihr Budget geben. Ich kann dann immer noch dazu Ja oder Nein sagen. Bis jetzt waren die Angebote meistens fair und anständig. Ich mag auch die Art wie manche Leute erpresserisch oder wie auf dem Bazar ihre Honorare aushandeln nicht so sehr.

Aber jedem sein Geschäftsmodell. Zumindestens das Nomadisieren wäre heute im Zeitalter des Web und des Smartphones kein Problem. Wandering Bedouines ohne festen Wohnsitz und Arbeitsplatz sind sowieso Trend im 21. Jahrhundert.

Teil der Micro-Serie Enrepreneurs, Einsichten und Eingebungen von und über geborene Unternehmer.

2 Kommentare zu „Was wir von einem nomadisierenden, ungarischen Mathematiker auch lernen können.

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