Das Pogrom von Istanbul. 1955.

In der Nacht vom 6. auf den 7. September 1955 ist die gesamte Existenz meiner Eltern vernichtet worden. Der rechtsradikale Mob von Istanbul, aufgestachelt von nationalistischen Politikern, hatte damals gegen die griechische Bevölkerung von Istanbul ein Pogrom gemacht. Später ging es auf an alle Minderheiten der Stadt: Juden, Armenier und Ausländer.

Meine Eltern hatten eine kleine Textilproduktion, eine kleine Textilfabrik, die in dieser Nacht in Flammen aufging. Mein Vater ist in dieser Nacht noch zur Fabrik gefahren, hat gesehen wie die Maschinen durch die Scheiben auf die Straße geworfen wurden. Eine Woche später hat mein Vater meine schwedische Mutter und mich nach Schweden zu ihrer Familie geschickt. Er kam dann etwas später nach. So sind wir alle drei kurze Zeit später vöĺlig mittellos nach Hamburg gekommen.

Der damalige Ministerpesident Adnan Menderes ist später bei einem Militärputsch durch die Kemalisten verurteilt und gehängt worden. Das war die letzte vollstreckte Todesstrafe in der Türkei bis heute.

Das Progrom von Istanbul ist hier kaum bekannt Opfer wurden 30-15 Tote offiziellerweise. Meine Mutter konnte den marodieren Mob auf der Straße von Zuhause sehen, wie die Menschen mishandelt wurden und die Frauen geschädet wurden wurden, wie sie mir Jahre später erzählt hatte.

Das kann wenn die historischen Voraussetzungen erfüllt überall passieren. Das passiert jeden Tag irgendwo auf der Welt. Flucht ist nicht freiwillig. Der heutige Präsident RTE versteht sich in der Nachfolge der Politik von 1955. Daher meine Bedenken ihm gegenüber. Das Militär ist heute nicht mehr, das die Ordnung wieder herstellen könnte. RTE kommt pratisch aus der gleichen neoliberslanen, religiösen und rechtnationalen Ecke. Ein Faschist.

Ich bin sehr dankbar für Deutschland, dass sie uns damals aufgenommen haben. Auch wenn manchmal die Sehnsucht nach meinem Geburtsort schmerzt. Doch, “Heimat ist nicht der Ort, sondern die Gemeinschaft der Gefühle.”. In Hamburg bin ich zuhause. Ich habe hier in meiner weltoffenen Heimatstadt niemals wegen meiner Herkunft Rassismus oder eine andere Benachteiligung erfahren.

Danke, Hamburg.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s