Kein Geld für Startups mehr? Bullshit! (Update)

Andreas Göldi schreibt in netzwertig.com über Was die Krise für die Startup-Finanzierung bedeutet:

Aber wenn man mit Leuten im Silicon Valley oder anderen VC-Zentren spricht, sagen einem alle das gleiche: Der Markt für frisches VC-Geld ist praktisch geschlossen.

Ich teile diese Ansicht nicht ganz. Es ist zwar nicht unwahr, dass nun in diesen Tagen grosse Exits von hoffnungsvollen und gehypten Startups an reine Finanzinvestoren und Spekulanten unwahrscheinlicher sind. Es ist sicher auch genausowenig unwahr, dass Budgets für Online-Werbung kleiner geworden sind. Klar. Den reinen Web 2.0 Trittbrettfahrern ist das Geld knapp geworden. Sie haben es an den Börsen verloren. Beispielsweise ist unser einheimischer DAX an der Frankfurter Börse von einem 52-Wochenhoch bei 8.117,79 alleine in der vergangenen Woche nochmal kräftig um fast 25% gefallen. Heute wurde er bei unter 4.500 (~ 10% im Laufe des Tages) notiert. Er liegt damit nur noch bei gut der Hälfte des Jahreshochs .

Ich glaube jedoch, dass strategische Aquisitionen davon unberührt sind. Sie werden übrigens immer noch zu einem Grossteil durch Aktientausch oder andere Optionen für die Gründer kompensiert. Nicht durch Bargeld.

Ferner glaube ich, dass die aktuelle weltweite Finanzkrise sich generell nicht unmittelbar auf die deutsche Startup-Szene auswirkt. Sie würde sich nur in den Fällen bemerkbar machen, wo noch zu gründende Startups in den Startlöchern stehen und durch Bankenkredite finanziert werden müssten. Das ist nicht nur in Deutschland die Ausnahme. Fast alle Startups sind privatfinanzierte Engagements. Entweder durch die Gründer selbst oder durch Angel und in grösseren Fällen auch durch Investorengruppen, die selber wieder Privatvermögen ihrer Mandanten und Gesellschafter einsetzen. Das einzige Risiko, dass ich hierbei sehe, wäre wenn diese Privatiers selber durch die Finanzkrise in die Bedroullie kommen würden. Das Risiko halte ich für vernachlässigbar im Gesamtbild.

Merkwürdigerweise gibt es im Markt hüben wie drüben anscheinend genug Geld für Startups. Ausserdem erklärt Mr. Gary Vaynerchuk höchst amüsant, dass es auf Geduld und Leidenschaft ankommt. Patience and Passion. And hard hard work after hours. Und nicht auf Geld. Robert hat auch seine Bedenken zur Geldknappheit für Startups.

Nein. Es gibt genügend Geld. Was fehlt sind gute Ideen und Geschäftsmodelle.

Das ist das, was ich an jeder Ecke höre.

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