Technorati Index Chaos: Neugier auf dem Prüfstand

In den vergangenen Wochen verhielt sich Technorati, das internationale Neugiertool der Blogger, ziemlich unvorhersehbar. Und damit alle Services, die direkt oder indirekt ihre Daten aus dieser Quelle bezogen. Wie beispielsweise die Deutschen Blogcharts.

Ende August hatte Technorati ihre Indizierungsmethode verändert, um insbesondere Spamblogs und ähnlichen Unrat wie auch Dubletten aus ihren Auswertungen zu verbannen. Eigentlich lobenswert. Das Ergebnis war dann allerdings reines Chaos und teilweiser Ausfall der Technorati-Indizes und damit -Authorities, die die Ranking-Bewertung der einzelnen Blogs beeinflusst.

Nun scheint Technorati wieder ihren Index systematisch neu aufzubauen. Blogs auf Blogspot und WordPress Plattformen sind allerdings zu einem grossen Teil noch nicht korrekt aktualisiert. Daher wird sich eine Weile in diversen Charts noch ein schiefes Bild zur Lage der Blognation ergeben. Das Ranking der vergangenen Wochen ist also fast nur reine Makulatur.

Nochmal der Hinweis bei dieser Gelegenheit: Der wahre Wert eines Blogs stellt sich nicht durch eine Technorati-Kennzahl, die die relative Verlinkungshäufigkeit repräsentiert, oder etwas ähnliches dar. Auch nicht durch die Zugriffshäufigkeit. Sondern allein durch den Inhalt des Blogs und die Diskussionskultur, die es ermöglicht. Für den Blogger wie auch für seine Leser und Kommentarautoren.

Ich benutze Technorati normalerweise, um zu sehen, wer auf mein Blog verlinkt hat und wo die Diskussion weitergeführt wird, falls ich das nicht schon durch Trackbacks merken sollte.

Permanentes Schielen auf Rankings und Charts ist vollkommen sinnlos. Es kann sogar völlig in die Irre führen. Wie das aktuelle Beispiel Technorati zeigt. Wahr ist leider aber auch, dass sich viele klassische (Print-)Medien an diesem Unfug orientieren, wenn sie über Blogs berichten, anstatt selber nach guten Blogs und Artikeln zu recherchieren.