Pro-Tipp: Wie lade ich zu einem Event ein? (Update)

Return to SenderLiebe PR- und Marketing-Oberprofis und Evangelisten, hier einige Basics: Falls ihr wieder zu Events per Newsletter einladet, bitte macht einige wichtige Infos dazu überdeutlich. Am besten fett und prominent an den Anfang.

Ich bekomme sehr viele Einladungen zu Events. Das freut mich. Aber ich bin oft erschüttert, wie unstrukturiert und schlecht mit den potentiellen Interessenten kommuniziert wird. Manchmal ist es ein reines Rätselraten und führt zu tragischen Missverständnissen, wohin und wozu jemand mich einladen will. Das passiert selbst (und gerade) hochbezahlten „asozialen“ Old School Kommunikationsprofis. Und insbesondere bei frei-formulierten Newslettern zu Events. Erstaunlich. Merke: Rumraten und ungenaue Kommunikation kosten viele Teilnehmer.

Einladungen zu Events sind gewissermaßen Kurzbriefings für potentielle Teilnehmer.

Mein wichtigster Tipp ist, Event-Plattformen oder -Funktionen von Social Media Plattformen zu nutzen. Bitte keine Solo-E-Mail einsetzen. Diese könnten nämlich auch einfach gleich im Spamordner des potentiellen Interessenten landen. Social Media Plattformen haben zusätzlich den Vorteil, dass ich auch sehen kann, wer sonst noch am Event teilnimmt – falls ihr das freigeschaltet habt. Sehr sehr wichtig.

  1. Titel des Events. Das entscheidende Buzzword, der Schlüsselbegriff, muss im Titel sein.
  2. Inhalt in einem oder zwei Sätzen, für wen es gedacht ist oder was der unmittelbare Nutzen ist. Sozusagen die Mission oder das Motto.
  3. Genaues Datum, Uhrzeit für den Einlass (Wann geht die Tür auf?) und Start der Veranstaltung (Spätere Uhrzeit?).
  4. Genauer Veranstaltungsort, mit korrekter Anschrift (Navi: Wie heißt der Ort und was steht an der Tür?) und möglichst einem Google Maps Link oder Karte. Wer nett ist, schreibt auch, wie frau/mann dahin kommt per Pedes, Rad, Öffis oder Auto oder UFO. Directions Management heißt das. Teilnehmer sind keine Pfadfinder.
  5. Link und Modalitäten zur Anmeldung (Soll man das ausgedruckte Ticket mitbringen?) falls erforderlich, beispielsweise Ticketpreis falls zutreffend oder der Hinweis, dass die Teilnahme kostenfrei ist.
  6. Gastgeber. Ein Mensch. Kein Unternehmen. Das ist die/der Ansprechpartner/in für die potentiellen Interessenten, falls irgendjemand Rückfragen hat. Und sie werden Rückfragen haben, glaubt mir. Also Mailadresse oder Telefonnummer. Die Reputation des Gastgebers spielt bei der ganzen Sache für die Zugkraft der Einladung keine geringe Rolle. Also vernetzt euch rechtzeitig in den Social Media vor dem Event.

Ergänzend ist es hilfreich, zu informieren,

  1. ob man etwas mitbringen (Notebook beispielsweise, oder gute Laune) kann oder soll. Für Gadgets wie Smartphones, Tablets oder Notebooks bitte auch an Ladestationen denken, was ein nice-to-have wäre,
  2. ob für das leibliche Wohl gesorgt wird (Essen und Trinken), damit ich weiß, ob ich vorher wo anders etwas essen soll oder nicht. Uninformierte, hungrige oder durstige Teilnehmer sind Treibminen und sorgen im Anschluss nicht für gute Stimmung nach dem Event,
  3. ob ich einen Dresscode beachten sollte. Ja, auch das gibt es liebe Gemeinde.
  4. ob der Anmeldename für Namensschilder (Badges) genutzt werden soll. Nicht ganz doof manchmal.

Schwurbelt das Ganze nicht in einen Textbrei, bitte. Kommt gleich auf den Punkt. Diese Informationen, die ich oben angegeben habe, gehören nach höchstens ein oder zwei einleitenden Sätzen (Teaser) an den Anfang der Nachricht. Am allerbesten tabellarisch, denn der Empfänger wird keine Zeit haben, langatmig zu lesen und zu raten, sondern wird die Einladung mit den Augen eher scannen und überfliegen. Eure Lyrik gerne ans Ende. Oder am besten verzichtet auf schöngeistige Sätze. Einfacher ist es Facebook, Xing, amiando, venteria oder sonst eine geeignete Plattform dafür zu nutzen, die genau solche Punkte strukturiert bei euch abfragen und an eure Zielgruppe versenden. Am besten gar keine frei formulierte Newsletter also.

Kurz gesagt: Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Und: Warum? In der Reihenfolge und nicht anders.

Und möglichst in einer Nachricht nicht zu mehreren Events einladen. Das verwirrt nur unnötig. Und kostet wieder Teilnehmer.

I am really really pissed off.

Update: Gilt auch für Einladungen: The Anatomy of an Awful Marketing Email. Ein besonders schreckliches Beispiel für eine Marketing-E-Mail. 

@Twittwoch für Profis

Stefan Wolpers von Susuh ruft auf zum @Twittwoch! Es ist ein nichtkommerzielles Tweetup im Stile eines Webmontags. Alle, die sich beruflich mit dem Microbloggen/Twitter auseinandersetzen, können sich austauschen über Geschäftsmodelle, Best Practices, Do’s & Don’ts, neue Tools, interessante Kampagnen bzw. Nutzungen von Twitter. Und das Networking & Spaß haben soll dabei nicht zu kurz kommen.

Das erste Treffen findet am 13. Mai 2009 um 19 Uhr im Karma Café, Sonntagstraße 31 in Berlin-Friedrichshain statt. Wer teilnehmen möchte, möge @Twittwoch folgen. Stefan fragt dann unmittelbar vorher noch einmal nach.

Last but not least: Das Folgetreffen ist dann für den 1. Mittwoch im Juni geplant. Dann hoffentlich mit einige kurzen Vorträgen & Diskussionen. Vielleicht auch schon mit einen Video-Mitschnitt, der dann später veröffentlicht werden kann. Wenn das erste Berliner Treffen erfolgreich verläuft, sollen dann weitere Treffen in anderen Städten folgen.

@Twittwoch ist Affiliate von MBC09. Tickets zur Microblogging Conference in Köln können demnächst auch über @Twittwoch erworben werden.

Nachtrag: Mittlerweile gibt es auch im Susuh Blog einen Artikel dazu.

World Usability Day 2007 in Hamburg

Karen Lindemann, Usability-Expertin von Net-Flow, ist Initiatorin und Organisatorin des World Usability Day 2007 in Hamburg. Der Event ist eine Initiative des internationalen und nationalen Berufsverbands der Usability Professionals. Ziel ist die Öffentlichkeit auf das Thema Usability aufmerksam zu machen und Hintergrundwissen zu vermitteln. Es finden zwei parallele Vortragsreihen mit insgesamt 14 Vorträgen am 8. November statt. Die Vorträge in Track I richten sich dabei eher an ein allgemeines Publikum, in Track II wird zum Teil fachliches Know-how vorausgesetzt. Der Eintritt ist frei!

Karen, deine Webseite sieht ja gut aus, aber warum sind die Webseiten eurer beiden Berufsverbände so schrecklich und unusable??

Supermario und der Grimme Online Award 2007

Mario Sixtus hat Preise nicht mehr nötig. Er ist nicht nur in der Onlinewelt anerkannt, sondern er hat darüber hinaus auch eine hohe Glaubwürdigkeit und Reputation. Ich halte ihn für einen gewissenhaften und einwandfreien Journalisten. Sein Online-Projekt beim Handelsblatt, den elektrischen Reporter, für ein sehr informatives Angebot im Web, dass ich sehr gerne nutze. Dort kann ich im O-Ton den einflussreichsten Machern der neuen Internetökonomie zuhören und meine eigene Meinung bilden. Einer der raren kontinuierlichen Angebote, die sachlich und neutral den unterschiedlichsten und auch widersprüchlichsten Protagonisten ein Podium verschafft. Mario ist für mich einer der Pioniere des Journalismus im Web.

Umso unverständlicher die Umstände und Diskussionen, die in den letzten Tagen mit seiner Nominierung zum Grimme Online Award einhergehen. Die Jury, mit Mario Sixtus als einer ihrer Mitglieder, war nicht gut beraten, ja es war geradezu saublöd und dämlich, ihn zum Preis nachzunominieren. Dafür sollte man diese Kapeiken schon über’s Knie legen. Die anschliessende Diskussion bei von mir persönlich sehr geschätzen Bloggern, fand ich allerdings teilweise unterirdisch und ehrabschneiderisch. Das hat für mich Züge vom Mobbing. Das ist nicht die Tonalität mit der erfahrene Blogger untereinander umgehen sollten. Bei allem Respekt. Das hat ein Mario Sixtus in keiner Weise verdient.

In dieser verfahrenen Situation bleibt nur eines, dass er selber auf die Nominierung verzichtet. So sehr ich ihm den Preis verdientermassen gönnen würde. Oder die Jury sich zurückzieht und komplett neu besetzt wird. Einschliesslich des Vorsitzenden.

Das war das Wort zum Sonntag eines leidenschaftlichen Amateur-Bloggers.

Nachtrag (22:00): Stefan Niggemeier hat ein Plädoyer geschrieben: Grimme und die Kirche im Dorf.

Ein intimer Abend auf dem Südbalkon


Hamburg Wilhelmsburg ist das neue Schanze, Karo und Pauli. Und der Südbalkon, ein handtuchgrosses Lokal tief auf dem Kiez, der Sub Culture Club im Reiherstiegviertel, ist sein neues Herz. Mek Wito und Merlix hatten geladen und lasen im Wechsel aus ihren Blogs und im Doppel neu geschriebenes unter dem Licht einer schiefen roten Stehlampe. Der Abend war intim was die Lokalität und was die Texte anging. Besonders gefallen hat mir diese Geschichte. Aber auch diese. Die Herzdame machte Fotos (Siehe auch oben). Zwei handvoll Gäste hatten den Weg aus ihren angestammten Stadtteilen auf die Elbinsel gefunden. Und einige einheimische junge Zaungäste. Das Astra und das Beck’s in den Flaschen hatte genau die richtige Temperatur. Der Wirt war freundlich. Die Luft stickig und rauchgeschwängert. In der Pause traf man sich mangels Platz und Sauerstoff einfach auf dem Bürgersteig davor zum anregenden Smalltalk während drinnen Platten aufgelegt wurden. Von den hamburger Bloggern habe ich mich unterhalten mit bosch und Sakana. Barmblognord war auch da. Gelegentlich mussten wir dabei Platz machen für nächtliche Radfahrer und Nachbarn, die mit ihren plüschigen Fernsehsesseln schiebend offenbar mit Kind und Kegel umzogen. Proletarische Vorstadtidylle. Chillout. Es war ein schöner und entspannter frühsommerlicher Abend. So wie er sein sollte.