Die Zeiten haben sich nicht wirklich verändert.

Der Atem des Faschismus ist heute in Europa und auch in Deutschland immer noch wahrnehmbar.

11 Millionen Franzosen haben den Front National gewählt. Etwa 15% Deutsche wählen regelmässig die AfD. Briten haben UKIP gewählt. Selbst im glücklichen Skandinavien gibt es sehr viele aktive Faschisten.

Natürlich ist der Staatsapparat ebenso stark durchsetzt von diesen Menschen und Seilschaften genauso wie die Gesellschaften durch alle Ebenen. Der Fall des rechtsradikalen Bundeswehroffiziers ist kein Einzelfall. Es gibt von Einzelfall keinen Plural.

Der Holocaust wurde damals von den Beamten in den Finanzämtern in Gang gesetzt – durch die Judensteuer und bis hin zu Zwangsenteignungen. Scheinbar biedere Beamte mutierten zu Henkern wie Hannah Arendt mal schrieb.

Jeder ein kleiner Eichmann oder Petersen. Biedermänner als Brandstifter. Die Banalität das Bösen.

Schicksale damals festgehalten auf unzähligen Karteikarten und in Akten in den Behörden. Heute digital immer im Zugriff. Terabyteweise. Aber die Leute sind immer noch die gleichen. Die geräuschlose, mächtige Maschinerie auch. Die Zeiten haben sich nicht wirklich verändert.

Der Faschismus lebt immer noch.

Globaler Rechtsradikalismus und Faschismus.

Ein Krebsgeschwür geht um den Globus. Das Krebsgeschwür des Rechtsradikalismus und des Faschismus.

Trump verspricht der amerikanischen Mittelklasse Arbeit und Einkommen, sowie Nationalstolz und Genugtuung für die internationale Schmach, zeigt auf äußere wie auch auf innere Feinde, die es wörtlich wie er sagt, zu vernichten gilt. Und seit wenigen Tagen redet er auch noch von Lügenpresse („You are Fake News“ zu CNN). Wir sollten ihn in seiner rüden Art nicht unterschätzen. Dieser Rassist und Sexist, dieser Narzist und Größenwahnsinnige ist ein Medienprofi. So wie auch viele seiner Epigonen im Westen, im Osten und im Süden.

Es sind immer die gleichen einfachen Strickmuster, mit dem immer wieder die gleichen Schichten geködert und verführt werden.

Alles wiederholt sich. Als Rechtspopulismus fing es an, der zum Rechtsradikalismus und Faschismus pervertiert.

Wir in Deutschland haben die einzige Erfahrung mit dem Fegefeuer bis zum bitteren, fatalen Ende gemacht.

Ich warne schon seit Jahren davor. Es kommen schlimme Tage, wenn wir es nicht zu verhindern wissen. In diesen Tagen jährt sich die Machtergreifung in Berlin von 1933.

Vorbeben.

Was mich noch mehr als ein Donald ‎Trump‬ erschreckt, sind die Massen, die ihm zujubeln. Faschismus pur.

Ganz zu schweigen, dass ein schlechtgelaunter Trump nächstes Jahr am Nuklearknopf sitzen könnte. Puh.

Schlechte Vorzeichen für dieses Jahrzehnt. Es ist nicht nur kompliziert. Sondern er kann sehr gefährlich für den Weltfrieden werden. Um so erschreckender in Zeiten, in denen die Mitte den meisten Gesellschaften im Westen einen massiv Rechts rückt, Europa zudem unter dem Eindruck der großen Völkerwanderung aus dem Nahen Osten und aus Afrika steht, völlig zerstritten zu sein und auseinander zu brechen scheint.

Der erste und zweite Weltkrieg hatten sich weit vor ihrem Ausbruch in der Kunst und Literatur angekündigt. In meinem Empfinden spüre ich diese Vorbeben schon lange..

Alle Anzeichen stehen für eine weltweiten, politischen Big Bang momentan. Angestiftet von den Biedermännern, Brandstiftern und Arschlöcher dieser Erde.

Wiederholt sich Geschichte?!

Ich bin kein studierter Historiker. Aber gewisse Parallelen drängen sich mir auf.

Ich weiss nicht, ob es Zufall ist, aber vieles vom Anfang dieses Jahrhunderts erinnert mich an den den Anfang des vergangenen: Die Roaring 1920s. Was damals die röhrenden Motoren, die moderne, rasante Musik, der Futurismus und die Geschwindigkeit, ist heute die Digitalisierung und das Smartphone. Auch politisch ist wie damals das Reaktionäre auf dem Vormarsch. Damals Reichspogromnacht, brennende Synagogen, geplünderte und boykottierte Geschäfte von jüdischen Deutschen, heute brennende Flüchtlingsheime und ermorderte Migranten.

Geschichte wiederholt sich nicht. Wird gesagt. Oder doch? Ich sehe doch gewisse Parallelen zu damals..

In fast allen wichtigen Industrie- und Schwellenländern ist in den letzten Monaten ein deutlicher Ruck in Richtung Rechtspopulisten und Faschisten eingetreten. Auch und gerade auch in Deutschland. Ich habe kein gutes Gefühl für dieses Jahr des Feuer-Affen. Als ob sich etwas zusammenbrauen würde gerade..

Ich fürchte ernsthaft, wir nähern uns immer mehr den Verhältnissen in der Weimarer Republik von 1918-1933 an, an deren Ende der Anfang vom totalen Ende stand. Auch wenn die zeit schwer vergleichbar zu heute ist. Eine zerstrittene, schwache, kriselnde Regierungsbank, eine wachsende rechte, faschistoide (größtenteils außerparlamentarischen) Opposition, ein destabilisierter, führungsloser Sozialstaat, lokale und überregionale Politiker und Funktionäre, die sich auf die Seite des Mobs und der Strasse schlagen..

Momentan wird Deutschland eher nur von der Zivilgesellschaft zusammengehalten. Was wird aber sein, wenn die Bürger keine Kraft mehr haben oder aber auch die Motivation verlieren.

Ich weiß nicht, ob es Zufall ist, aber vieles Anfang dieses Jahrhunderts erinnert mich an den den Anfang des vergangenen: Die Roaring 1920’s. Was damals die röhrenden Motoren, Musik, der Futurismus und die Geschwindigkeit, ist heute die Digitalisierung und das Smartphone. Auch politisch ist wie damals das Reaktionäre auf dem Vormarsch.
Geschichte wiederholt sich nicht. Wird gesagt. Oder doch? Ich sehe doch gewisse Parallelen zu damals..

Meine naive/nicht-wissenschaftliche Erklärung für diese scheinbare Parallelität der Ereignisse und Entwicklungen ist, dass in Zeiten sehr großer politischer und kultureller Veränderungen die Reaktion (daher ja auch der Begriff) folgerichtig daraufhin folgt.

Don Dahlmann, Journalist in Berlin, schreibt dazu in Facebook:

Die 20er Jahre waren in Deutschland ja eher geprägt durch den Verlust von WK1 und einem Machtvakuum durch den Rücktritt des Kaisers. Dazu der Quasi-Verlust der Souveränität Deutschlands durch den Versailler Vertrag. Mag sein, dass diese Dinge sich teilweise auch im Gemüt einiger Ostdeutscher wiederfinden, wobei ich das aus der persönlichen Beobachtung nicht so bestätigen kann.
Auffallend ist aber, dass man heute, wie in den 20ern, komplexen Problemen mit simplifizierten Lösungen begegnet. Man sucht leichte Erklärungen und Modelle. Mißtrauen, Irrationalismus, Angst, völkischer Narzissmus und die Suche nach einem einfachen „Schuldigen“ („die anderen, die nicht der eigenen Meinung sind“) führen dann halt zu kurz gedachten Lösungsansätzen. Das ist eine Parallele zu den 20ern, aber auch zu vielen anderen extremen Entwicklungen in der Geschichte, wie zum Beispiel die Inquisition.

Was mir an der momentanen Situation am meisten Sorgen macht, ist die Tatsache, dass diese Form des Denkens nicht allein auf einen Staat begrenzt ist, sondern sich als Wucherung vor allem in den Mitteleuropäischen Ländern (Skandinavien, England, Niederlande, Frankreich, Polen, Ungarn, Schweiz) findet. Das ist in der Form neu und erschreckend.