Grube’s Fischerhütte in Winsen/Hamburg

Gegenüber dem südlichsten Zipfel Hamburgs, dem Zollenspieker Fährhaus an der Elbe, liegt das kleine Hoopte hinter dem Deich am Fähranleger im niedersächsischen. Und Hooptes Attraktion ist Grube’s Fischerhütte. Das Mekka für die norddeutsche Fischküche. Sag ich mal jetzt so. Wer Fisch mag, der geht in seinem Leben irgendwann mal zu Grube.

Für 17 Euro kann man sich hier pauschal durch alle landestypischen und saisonbedingten Fischspezialitäten satt essen. Frischer geht’s auch nicht als hier in diesen Breitengraden.

Der Star bei Grube ist der norddeutsche Stint (Mitte Februar bis Mitte April), ein kleiner lachsähnlicher sardellengrosser Fisch aus Elbgewässern. Stint als Suppe oder auch besonders lecker auf dem Spiess. Frisch vor den Gästen gebraten. Dazu gibt es Salate, Bratkartoffeln, Kartoffelsalate zur Wahl.

Vorab kann man superfrische saftige geräucherte Forelle oder auch Matjes, Aal und weitere unterschiedlich aufgemachte Angebote und verschiedene Sossen dazu probieren. Norddeutsche Biere passen dazu bestens. Zum Schluss einen ganz feinen milden Kümmel. Damit der Fisch auch schwimmt.

Das Prinzip bei Grube ist simpel. Man zahlt vorher beim Biertresen im ersten Stock des grossen Fachwerkhauses, bestellt sein erstes Getränk, schnappt sich den ersten Teller und legt am Buffet oder am Küchentresen los. Bis man platzt.

Das Ganze ist eine Mischung aus Fischbratküche, Oktoberfest (ohne die Humptatamusik) und bischen kitschiger Deko. Alles ist selber zubereitet, gebraten, frittiert, geräuchert, gekocht und vieles auch noch selber gefangen.

Dem Fischer sin Fru, de Ilsebill, steht nu anner Pann un brät de Stint! War dag. Un nu kommst du. Na, häfft it en klein biättken Appetit krieggen?

Mein Beitrag zu Grubes Fischerhütte – Ich bin CemB – auf Qype

Wie demontiere ich die Demokratie in 10 einfachen Schritten

Volker Weber verweist auf einen exzellenten Artikel in der renommierten britischen The Guardian:

From Hitler to Pinochet and beyond, history shows there are certain steps that any would-be dictator must take to destroy constitutional freedoms. And, argues Naomi Wolf, George Bush and his administration seem to be taking them all

Besorgniserregend wie die USA sich langsam von den demokratischen Grundfesten entfernen. Mein Eindruck ist zudem, dass diese Entwicklung von grossen Teilen ihrer Bevölkerung getragen werden. Das erinnert mich in manchen Details an unselige Zeiten hierzulande, die ich längst vergangen geglaubt hatte.

Das erschreckende ist für mich, dass solche politischen Entwicklungen in jedem Land stattfinden können, wenn wir es zulassen. Auch im Deutschland von heute.

Dumpfbacken

Thomas Knüwer vom Handelsblatt hat in seinem Blog einen längeren Roman als Eintrag geschrieben. Lesenswert. Er beklagt darin zurecht die Dumpfheit und Unsicherheit von Deutschlands Entscheidern mit der Internetökonomie.

Ich behaupte sogar, Deutschlands Entscheider in Grossunternehmen sind eigentlich nur an ihren Karrieren interessiert. Weniger an Innovationen. Fast allen fehlt es an Gefühl für die globalen Entwicklungen. Ein wichtiger Faktor ist auch – man mag es kaum glauben – die meisten beherrschen kaum eine Fremdsprache bzw interessern sich nicht dafür. Damit schneiden sie sich ab von aktuellen Trends und Entwicklungen. Sie nehmen kaum an der weltweiten Diskussion teil. Oder kennt jemand inspirierende Reden, Engagements oder Diskussionsbeiträge von Siemens, Telekom oder Deutsche Bank?

Ganz anders die Welt links vom Rhein oder rechts von der Elbe. Deutschlands Entscheider sind nicht international. Waren es auch nie.

User Generated Company Value (1)

Einer der Fragen in der Internetökonomie ist für mich, wie wir mit “User Generated Content” (UGC) umgehen. Einem der Grundpfeiler des sogenannten “neuen Web”. Hier gibt es viele ungeklärte Fragen auf unterschiedlichen Ebenen: Rechtliche, ethische, unternehmerische, betriebswirtschaftliche, organisatorische und natürlich auch technische. Aus dieser Frage ergibt sich wiederum die Frage nach der Bewertung von Beiträgen der Nutzer zum Unternehmenswert, dem User Generated Company Value (UGCV) wie ich es nennen möchte.

Für diesen wichtigen Bereich UGCV fehlen praktikable Geschäftsmodelle, die den Interessengruppen besser gerecht werden. Worum geht es dabei?

Ich habe dazu früher schon in einem Kommentar ausgeführt. Auch international stellen sich manche die ersten Fragen angesichts der monetären Entwicklungen von Web 2.0 Unternehmen. Es ist natürlich das alte Thema bei allen (kommerziellen) Crowdsourcing Projekten. Crowdsourcing, so die Wikipedia, setzt

“auf die Intelligenz und die Arbeitskraft einer Masse von Freizeitarbeitern im Internet. Eine Schar kostenloser oder gering bezahlter Amateure generiert bereitwillig Inhalte, löst diverse Aufgaben und Probleme oder ist an Forschungs- und Entwicklungsprojekten beteiligt.”

Was passiert nun, wenn das Projekt i.d.R. nach 2-3 Jahren versilbert werden soll? Also entweder an die Börse geht, ein grosser Investor einsteigt oder ähnliches? Das ist ja der Moment, den die eigentlichen Initiatoren oder Gründer abwarten. Das ist ihr vorgeplanter Ausstieg. Dagegen ist ja nichts einzuwenden. Dieser Ausstieg wird für die fürstlich entlohnt. Auch gut. Was haben aber die tausenden Amateur-Content-Lieferanten davon?

Beim Verkauf von YouTube an Google bekammen die zwei Gründer weit über eine Milliarde Dollar. Was haben die User bekommen, die den eigentlichen Inhalt (und damit den Wert von YouTube) geliefert haben bekommen??

So gesehen versteht man die Motivation von einem Unternehmen bzw Projekt wie Dealjaeger. Ähnliches gilt für alle anderen kommerziellen Crowdsourcing Projekte … “Eine Schar kostenloser oder gering bezahlter Amateure generiert bereitwillig Inhalte”.

Die Argumentation der Gegenseite lautet stereotyp “Die User haben ihren Spass dafür kostenlos”. Das berühmteste Beispiel, wo Arbeit als Spass verkauft wurde, sind “Die Abenteuer des Huckleberry Finn”, wo Huck, der eigentlich den Zaun streichen soll, Tom Sawyer gegen Geld den Zaun streichen lässt. Aber jetzt schweife ich doch ab …

Wie könnten Lösungen aussehen? Dazu mehr im Zweiten Teil.

Basics Bloggerbörse

Robert Basic hat empirisch den Marktwert von Bloggern bestimmt. Ein gute Orientierung für PR- und Marketing-Leute. Spindoctors, start your engines!… Ja, Blogger sind zu über 90% käuflich. Laut seiner Umfrage wären rund 60% der Blogger bereit, für einen Betrag zwischen 500-5.000 Euro einen Artikel über ein Produkt oder eine Dienstleistung zu veröffentlichen ohne bekannt zu geben, dass sie dafür Geld genommen haben.

In dieser Deutlichkeit hätte ich ehrlicherweise das nun so nicht erwartet. Das erstaunt mich ziemlich. Ist das die schweigende Mehrheit der Blogger von der neulich häufiger die Rede war? Erschreckend.

Oder machen wir die Gegenrechnung: Was kostet eine kleine bis mittlere Marketingkampagne so üblicherweise mit Printmedienunterstützung? Ich weiss es nicht, aber ich sage mal vielleicht € 250.000,-. Für das Geld würde ich 50-500 Blogger bekommen. Nicht schlecht. Aber welche Wirkung hätten diese bezahlten Blogger, die über mein Produkt schreiben? Beispielsweise über Pickelentferner, coole Turnschuhe, Zeitschriften, Games, Versicherungen,… Würde ich mehr dadurch verkaufen oder eine höhere „Awareness“ dafür erhalten als mit der klassischen Kampagne?

An Robert mag ich, dass er nicht herum theoretisiert wie manche andere, sondern ganz praktisch und konkret die Dinge hinterfragt und die zugehörigen Daten erhebt. Das macht ihn zum MVB („most valuable blogger“) dieser Saison.