Bodos Bootssteg

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Das ist vielleicht erste Lokal, das ich in meinem Leben je besucht habe. Hier hat meine Mutter vor über 50 Jahren(!) mir ein Eis spendiert. Es war ein rosa Erdbeer-Eis am Stil, viereckig und länglich, in Alupapier eingewickelt. Ausser Erdbeer- gab es damals nur Vanille-Eis. Sonst gar nichts. Und schick wie heute war der Steg beim Fähranleger „Rabenstrasse“ bestimmt auch nicht. Heute kommen Werber und Jungunternehmer auf Mittagspause hierher. Der Bootsverleiher in seinem Kabuff unter dem Steg verkaufte damals eben halt auch Eis, um seinen Lebensunterhalt damit aufzubessern. Weiss-rote Tretboote haben wir uns gelegentlich hier auch ausgeliehen. Ob er damals tatsächlich Bodo hiess, weiss ich nicht mehr… Aber die Bootsverleiherin heute könnte auch seine Tochter sein.

Heute? Gestern mittag bin ich dort wieder seit sehr langer Zeit gewesen. Der Himmel und die Alster waren in hellgraues Licht eingetaucht. Es hat leicht geregnet. Schön nach all den sehr heissen Tagen. Ich weiss, der Anleger ist mittlerweile SchickiMicki. Mich stört es aber mal nicht. Dafür waren gestern wenig Gäste. Wahrscheinlich wegen dem Wetter. Erdbeer-Eis am Stil werden sie wohl nicht mehr haben. Die schwarze Tafel führt ganz bieder Frikadelle, Würstchen, Kartoffelsalat und Rucolasalat auf. Die hübsche Bedienung kannte ich aus einem anderen Lokal.

Der Blick über die Alster ist aber von hier immer noch wunderschön. Ich habe es sehr genossen. Es ist schön, einfach auf dem Wasser zu sitzen und an nichts besonderes zu denken. Auf dem Wasser ist es immer ruhig. Es herrscht übrigens totales Handyverbot auf dem Anleger. Sehr gut. So geht’s.

[Auch erschienen in Qype]

Anmerkung: So. Ich bin nun probehalber bei 23, einem Fotodienst aus Dänemark. „Bodos Bootssteg“ ist das erste Foto, das ich gespeichert und hochgeladen habe. Händisch allerdings. Naja, der Dienst ist ja noch jung. Dreiundzwanzig. Wird noch alles, hoffe ich. Alles ist gut. Ich hab’s jetzt automatisch. Perfekt. Besser als vorher.

Nachtrag zu Bodo: Ja, es gibt Bodo tatsächlich. Ich habe recherchiert: Der Steg ist mein Leben. Ich muss einer seiner ersten Kunden gewesen sein demnach…

Vorurteile und Intoleranz, Hass und Kriminalität

Der grosse Sir Peter Ustinov, Weltbürger, Humanist und Schauspieler, schrieb in Wien dem von ihm gegründeten Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen ins Buch:

Vorurteile sind der Ausgangspunkt für viele und immer häufigere Katastrophen auf dieser Welt. Ähnlich unauffällig wie Landminen, werden sie erst tödlich, wenn Kinder damit spielen. Jeder Mensch hat das Bedürfnis, Meinungen auszudrücken. Aber diese müssen neu sein; sie sollen frei und wohlüberlegt geäußert werden. Man hüte sich vor dumpfen, verbrauchten und gedankenlos übernommenen Meinungen! Wenn diese ansteckend wirken, können sie ganze Völker erniedrigen. Tod allein überlebt. Erniedrigungen wirken Jahrhunderte nach. Palästina ist ein eklatantes Beispiel.

An dieser Stelle verweise ich auf einen sehr klugen Blogpost von heute. Malte hat in Spreeblick einen hervorragenden Artikel zum Thema „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ geschrieben:

Prügelnde Skinheads und prügelnde Araber verbindet mehr als ihnen lieb sein kann.

und ferner …

Wer zum Opfer wird, nur weil er ist, was er ist, muss unter besonderem Schutz stehen. Ob Asylbewerber oder deutsche Schülerin, Homosexueller oder Rollstuhlfahrer.

Und auch Robert Basic nimmt sich des Themas an. Wie weitere hier, hier, hier und hier. Deshalb.

Die schöne Isabella



Borgward, originally uploaded by nasebaer.

Vielleicht eines der schönsten Autos der deutschen Nachkriegszeit in den 50er Jahren: Eine Borgward Isabella von dem bremer Ingenieur und Autokonstrukteur Carl F. W. Borgward. Ein wahres Kultauto. Mit vielen Fans und mit dedizierten Sammlungen. Ein Stück deutsche Wirtschaftsgeschichte.

Ende 2006 wurde wieder mal über die Wiederaufstehung der Marke spekuliert. Christian Borgward, der Enkel des alten Borgward, möchte zusammen mit erfahrenen Partnern die Marke Borgward wiederbeleben. Das Design, die Produktion und das Marketing sind bereits in Planung, lauteten Pressemeldungen.

Altes Arbeitstier


Ich finde es ja beeindruckend, dass ein so grosses und altes Arbeitstier wie diese Maschine mitten in einer Wohngegend steht. Ein Schaufelbagger aus den 20-30’er Jahren. Das genaue Modell habe ich nicht herausbekommen können. Das Stadtteilarchiv Ottensen schreibt über den M 152 der Firma Menck & Hambrock:

Er ist blau, fast 4 Meter hoch, 7,4 Meter lang und wiegt über 40 Tonnen. Etwa 1954 verließ er das Werk in Ottensen und arbeitete zuletzt bei einer Tochterfirma der Philipp Holzmann AG in Würzburg, wo er 1992 ausrangiert wurde.

Menck & Hambrock

Der Bagger, auch „Menckmal“ genannt, steht in Hamburg-Altona, an der Strassenecke Am Born/Nöltingstrasse, im Stadtviertel Ottensen, einem Jahrhundertwende Arbeiterviertel mit ehemals Kleingewerbehöfen sowie vielen kleinen und mittleren Fabrikgebäuden um 1900, die heute als wiederbelebte Kulturdenkmäler und Lofts genutzt werden. Ein kulturell sehr quirliges Viertel.

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