Stephan Uhrenbacher sucht Entrepreneure und Gründer

Der Qype-Gründer und deren heutige Aufsichtsratsvorsitzender Stephan Uhrenbacher hat einige Ideen in der Schublade, für die er ab sofort geeignete Entrepreneure und Gründer sucht. Sie sollen selbstständig und eigenverantwortlich jeweils eine der Ideen zum unternehmerischen Erfolg führen. Interessierte sollten mindestens zwei Jahre (aber nicht mehr als fünf Jahre) unternehmerische Verantwortung bewiesen haben, guten Team Spirit und guten Geschäftssinn mitbringen. Als Standorte für die Unternehmen sind Hamburg und Berlin vorgesehen. Bewerbungen mit Profil via Xing direkt an Stephan Uhrenbacher.

Interview mit Rias A. Sherzad, Gründer von salambc

Heute habe ich anlässlich des Relaunch von Salam Business Club, dem weltweit ersten sozialen Business-Netzwerk vor allem für die arabische, asiatische und muslimische Geschäftswelt, ein Gespräch geführt mit dem Gründer Rias A. Sherzad, den ich aus der hamburger Web-Community und aus persönlichen Beziehungen gut kenne und schätze. Weiterer Anlass für das Interview ist die wachsende Bedeutung der islamischen Welt für das Web 2.0. Eine Bedeutung und vorallem ein Markt, der im Westen sehr stark unterschätzt wird. Ich bin übrigens bei salambc hier zu finden.

Cem: Für wen ist Salam Business Club gedacht? Wieviele Mitglieder habt ihr aktuell und woher kommen die?
 
Rias: Zielgruppen sind primär Geschäftsleute aus dem arabischen, asiatischen und muslimischem Raum und solche, die mit diesen ins Geschäft kommen möchten – also auch aus dem Westen. Die Mitgliederzahlen werden wir in wenigen Monaten veröffentlichen, im Moment geht es uns um die Funktionen auf der Website die wir weiter ausbauen möchten. Vorab sei gesagt, daß es eine kleine aber feine fünfstellige Zahl an Mitgliedern ist die sich, seitdem wir mehr oder weniger still und leise gelauncht und gerelauncht haben, angemeldet hat. Die Mitglieder stammen mehrheitlich aus den großen arabischen und muslimischen Ländern, allerdings finden sich auch die USA und Deutschland in der Top 10.
 
Cem: Worin unterscheidet sich Salam Business Club von anderen sozialen Business-Netzwerken? Weshalb ein Netzwerk mit islamischem Schwerpunkt?
 
Rias: Wir haben eine Zielgruppe die religiös geprägt und im geschäftlichen Leben von der westlichen Welt teilweise abgeschottet ist. Das hat zu einem großen Teil kulturelle Gründe, denn die Art und Weise, wie Geschäfte betrieben werden, unterscheidet sich sehr von der westlichen. Es wird intensiver genetzwerkt und kennengelernt, bevor wirklich investiert wird. Wichtig ist hier auch, Sprachbarrieren abzubauen und wir werden dazu weitere Sprachversionen launchen. Als erstes kommen Arabisch und Urdu im Dezember, vorher aber noch die deutsche Sprachversion.

Desweiteren sehen wir den Salam Business Club als guten Einstiegspunkt in die arabische/muslimische Geschäftswelt, sozusagen als vertrauensförderndes Element für beide Seiten. Das haben auch die geschätzten 7-10% nicht-arabischen/nicht-muslimischen Mitglieder erkannt die bereits registriert sind. Ein grundlegender Unterschied zu XING & Co. wird der Fokus auf das Thema Islamic Finance* sein – welches übrigens der weltweiten Finanzkrise getrotzt hat, auch weiterhin mit 12 – 20% pro Jahr wächst und schon seit langem das Interesse der westlichen Finanzwelt geweckt hat.
 
Cem: Wie finanziert sich Salam Business Club?
 
Rias: Der Salam Business Club ist bisher komplett durch meine Person finanziert.
 
Cem: Weshalb hattest du muslimBC in Salam Business Club umbenannt?
 
Rias: Wir versuchen damit möglichst früh auf die Entwicklung auf der Plattform zu reagieren. Es sind die nicht-muslimischen Mitglieder die sich immer häufiger registriert und Geschäftskontakte in unseren primären Zielregionen gesucht haben als auch die Tatsache, daß wir niemals über die Plattform religiöse Botschaften verbreiten wollten. Ziel war und ist auch weiterhin, eine islamkonforme Plattform anzubieten, über die Geschäfte abgewickelt werden. „Islamkonform“ bedeutet, daß die Propagierung von Geschäften mit Bezug zum Glücksspiel, der Pornographie oder auch Alkohol nicht gestattet ist. Auch zinsbasierte Geschäfte werden wir nicht aktiv bewerben lassen – eine grundlegende Säule des islamischen Wirtschaftswesens. In dem Bereich Islamic Finance sehen wir ein extrem großes Potenzial und haben dazu interessante Kooperationen geschlossen.
 
Cem: Was ist Dein persönlicher und beruflicher Hintergrund? Mit welchen Projekten beschäftigst Du Dich sonst?
 
Rias: Initiiert wurde die Plattform zwar durch mich, aber mit der helfenden Hand meines Partners Farid. Er pendelt zwischen Deutschland und Dubai hin und her und kümmert sich um unsere dortigen Aktivitäten und geschäftlichen Verbindungen. Farid stammt aus der Investmentbranche und war u.a. bei der HSBC Trinkaus & Burkhardt im Institutional Sales beschäftigt. Ich bin seit 13 Jahren als Gründer und IT-Consultant tätig, davon die letzten 9 Jahre im Java/JEE-Umfeld in Deutschland, Großbritannien und Qatar. Wir sind beide in Afghanistan geboren, leben aber seit 22 (Farid) bzw. 27 Jahren (ich) in Deutschland. Für weitere Projekte bleibt nicht viel Zeit, außer meiner Plattform http://www.theserverside.de wo ich, gemeinsam mit Gastautoren, gelegentlich IT-Artikel veröffentliche.

Anmerkung: Islamic Finance* = Siehe auch hier http://de.wikipedia.org/wiki/Islamic_Finance

Lars Hinrichs ist „Deutschlands wichtigster Webgründer“

Lars Hinrichs, Gründer und CEO von Xing, ist mit überwältigender Mehrheit durch die Jury aus Journalisten, PR-Experten, Branchenkennern und Lesern von deutsche-startups.de zu Deutschlands wichtigstem Web-Gründer gewählt worden. Gratulation, Lars!

In seiner Dankesrede sprach er auch auf das Gründer- und Unternehmertum in Deutschland an:

Denn Gründer- und Unternehmertum sind immer noch nicht cool genug in Deutschland. Wir brauchen hierzulande mehr unternehmerische Vorbilder, die echte Innovationen hervorbringen und international Trends setzen. Meine Maxime ist ‘Einfach machen!’, gefolgt von Alfred Herrhausens Leitspruch: ‘Wer aufhört, besser zu werden, hört irgendwann auf, gut zu sein’”.

In Deutschland wächst eine neue Generation von Unternehmern heran. Das neue Web hat viel damit zu tun. Diese Generation ist viel globaler in ihrem Denken und Handeln als die Generationen davor. Sie ist besser ausgebildet ohne akademisch zu sein. Sie ist offener und kreativer. Ich würde mir wünschen, dass das die öffentlichen und privaten Wirtschaftsföderungen und die Finanzinstitute endlich auch mal merken.

Disclosure: Ich war Mitglied der Fachjury von deutsche-startups.de. Ich habe u.a. auch für ihn gestimmt.

2. Runde: Deutschlands wichtigster Webgründer

Beim Wettbewerb zum Wichtigsten Webgründer durch deutsche-startups.de (DS) wurden knapp 80 Namen vorgeschlagen. Jetzt geht es in die zweite Runde. Die Leser-Jury und die Fachjury, in der ich sitze, wurden eben per Mail aufgefordert bis zum 21. Juli anhand folgender Kriterien bis zu 10 Namnesvorschläge je Kategorie einzureichen:

  1. Außenwirkung: Welcher Web-Gründer beherrscht das Spiel mit der Presse?
  2. Erfolg: Welcher Web-Gründer glänzt durch gute Zahlen und beeindruckende Ergebnisse?
  3. Technologie: Welcher Web-Gründer bringt Deutschland technologisch voran und setzt Trends?
  4. Nettigkeit: Welcher Web-Gründer ist einfach ein toller Typ, ein netter Mensch?
  5. Netzwerkfaktor: Welcher Web-Gründer ist besonders gut in der Szene vernetzt?
  6. Zukunft: Welcher Web-Gründer hat eine goldene Zukunft vor sich?
  7. Internationalität: Wer hat sich auch außerhalb Deutschlands einen Namen gemacht?
  8. Unkonventionalität: Wer geht ungewöhnliche Wege in der Unternehmensführung?
  9. Originalität: Wer überzeugt mit seinem Konzept, seiner Idee?
  10. Risikobereitschaft: Wer scheut kein Risiko, wer geht über seine Grenzen?

Nicht ganz leicht. In manchen Kategorien fiel mir die Nennung recht einfach. In einigen anderen dagegen musste ich ehrlicherweise „keiner“ angeben.

DS wird aus den Platzierungen in allen Kategorien anschließend den wichtigsten (aktiven) Web-Gründer des Landes errechnen. Die Platzierungen werden dazu in ein Punktesystem umgerechnet. Anfang August sollen dann der Gesamtsieger verkündet werden. Später wird es dann auch Listen mit den Ergebnissen in den einzelnen Kategorien geben. Welches Jurymitglied wie abgestimmt hat, wird nicht veröffentlicht.

Frage 4 hat mich in diesem Zusammenhang doch etwas irritiert, auch wenn es menschlich verständlich ist. Frage 8 empfinde ich etwas skuril, aber OK von mir aus. Frage 3 kann ich schlichtweg gleich mit „Keiner“ beantworten.  Das Prädikat „Keiner“ hat aber auch die eine oder andere Frage erhalten. Deutschland ist nicht unbedingt super-innovativ, aber kann offensichtlich bewährte schon vorgedachte Geschäftsmodelle solide optimieren.

Ich bin auf das Ergebnis gespannt.

Hier die Namensvorschläge in alphabetischer Reihenfolge:

Weiterlesen „2. Runde: Deutschlands wichtigster Webgründer“

5 Webgründer, die mir wichtig sind

In meinen Augen gibt es eigentlich nur zwei wirklich markante Webgründer von Format in Deutschland:

Beide haben konsequent und ruhig in den letzten Jahren ihre Unternehmen aufgebaut und zum Erfolg geführt.

Lars hat den ersten deutschen Börsengang im Web 2.0 Zeitalter hingelegt und in den letzten fünf Jahren die Anzahl der registrierten Nutzer auf fast 6 Millionen gesteigert. Der Aufbau von Xing zu einem der namhaftesten grossen internationalen Business Networking Plattformen ist unbestritten unternehmerisch eine grosse Leistung.

Stephan expandiert mit Qype von Deutschlands größtem Bewertungsportal für Lokales zu Europas grösstem. Er hat in den letzten zwei Jahren mit Qype das Genre Empfehlungsmarketing im Web neu definiert. Viele neue Nischenportale orientieren sich mittlerweile an Qype.

Neben diesen zwei Webgründern sehe ich noch drei weitere in der Verfolgertruppe der wichtigsten: Ibrahim Evsan (sevenload), Felix Haas (amiando) und Oliver Überholz (mixxt). Alle drei beeindrucken mich aus unterschiedlichen Gründen. Ibo hat vor wenigen Tagen sevenload höchst erfolgreich mit dem T-Konzern gepartnert. Felix, führt amiando unternehmerisch ganz gezielt in Richtung Europas grösste Eventplattform. Oliver hat es verstanden, mit mixxt die Web 2.0 Community zu binden und marschiert heimlich ebenfalls in Richtung Europa.

Alle genannten fünf kenne und und schätze ich persönlich sehr.

In den letzten ein bis zwei Jahren rollt eine grosse Gründungswelle in Deutschland. Viele hundert Gründer ziehen heute neue Geschäftsideen und -modelle im Web hoch. Deshalb ist es wichtig, dass es Gründerpersönlichkeiten gibt, an denen man sich orientieren kann. Ein erfolgreiches Geschäft nachhaltig zu führen und zu etablieren dauert Jahre. Auch im Webzeitalter. Dazu braucht man einen langen Atem, viel Geduld, sehr viel Arbeit, ein absolut dediziertes Team und die Fähigkeit aus eigenen Fehlern zu lernen. Das zeigen diese fünf in vorbildlicher Weise.

Chapeaux à tous les cinq!

Das wären als Jury-Mitglied bei deutsche-stratups.de meine persönlichen Vorschläge zur Wahl des wichtigsten Webgründers.

Wer ist der wichtigste Web-Gründer 2008?

deutsche-startups.de (DS) sucht mit Hilfe einer Fachjury den wichtigsten Web-Gründer. Die Jury setzt sich zusammen aus Journalisten, PR-Experten, Branchenkennern – und einigen Lesern. Insgesamt sollen zehn Plätze in der Jury mit Lesern bzw. Leserinnen besetzt werden.

Christina Cassala aus der DS-Redaktion hat mich gefragt, ob ich in der Jury dabei sein will und ich habe gerne zugesagt. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt und wer gewinnt… Ich hätte so da einige gute Vorschläge.