Das Jahrhundert des globalen Dialogs?

Das 19. und 20. Jahrhundert waren dunkle Jahrhunderte in der Weltgeschichte. So ziemlich alles, was die Welt in einen permanenten Krisenzustand getrieben hat, stammt aus dieser Zeit. Und alles ausnahmslos ursprünglich aus Europa. Imperialismus, Kolonialismus, Massenvernichtungswaffen, Umweltverschmutzung, menschenverursachte Klimaveränderungen und Naturkatastrophen, Weltkriege, Nationalismus, Rassenhass und Völkerverhetzung, industrielle Völkervernichtung, die grösste Völkerwanderung aller Zeiten aus Armut, aus Verfolgung, aus Terror… Alles ausnahmslos Erfindungen aus Europa. Und das trotz (oder gerade wegen?) dem Zeitalter der Aufklärung und der modernen Demokratie.

Aber im Übergang zum 21. Jahrhundert scheint es auch Hoffnung zu geben. Ebenfalls aus Europa. Die politische und wirtschaftliche Vereinigung der Völker in Europa. Völkerverständigung und Fall der Grenzen. Vielleicht wiederum ein Modell für die zerstörte und zerstrittene Welt. Vielleicht ist das der globale politische Auftrag Europas im 21. Jahrhundert. Die klassischen politisch-militärischen Weltmächte Amerika, Russland und China und ihre kleinen Nachahmer bekommen es ja nicht hin.

Das 21. Jahrhundert könnte das Jahrhundert des Dialogs werden. Und Europa sein Moderator.