Liebe und Aufmerksamkeit.

Social Media belohnt die meschlichen Urbedürfnisse nach Liebe und Aufmerksamkeit für Leute, die beides im realen Leben nicht haben.

Durch Likes, Herzchen, Sternchen und Follower, Friends, Buddys..

Eine neue Social Media Plattform muß also nur eine neue Form für Liebe und Aufmerksamkeit finden..

Was für eine Liebe? Welche Aufmersamkeit? Was für Setting? Welche (Liebes-)Story? Der Fantasie sind Grenzen gesetzt..

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Teil der Micro-Serie Entrepreneurs, Einsichten und Eingebungen von und über geborene Unternehmer.

Wie meine Eltern sich kennengelernt hatten.

Es muss Liebe auf den ersten Blick gewesen sein.  Das haben mir meine beiden Eltern unabhängig voneinander immer wieder erzählt.  Eine für damalige Zeiten ungewöhnliche Romanze zweier Menschen unterschiedlichster Herkunft und Geschichte. Aus dieser schicksalhaften Begegnung bin ich dann viel später als deren einziges Kind hervorgegangen.

Cem etwa 4 Jahre alt in HamburgIhre Ehe hielt 53 Jahre lang treu und ergeben, mit allen Höhen und Tiefen des Lebens, bis zum Tod meines Vaters. In den schlechten Zeiten haben sie  bedingungslos zueinander gehalten, um die Herausforderungen Schulter an Schulter zu bewältigen. Und es gab viele schlechte Zeiten. In guten Zeiten haben sie das Leben Arm in Arm genossen. Sie haben gemeinsam gelebt, zusammen gearbeitet und gleichberechtigt den Haushalt geführt. Ich kenne sie nur, wie sie alles zusammen gemacht haben. Selten waren sie mal wegen Beruf oder Krankheit getrennt. Bis zum Schluss war es eine Ehe voller Respekt voreinander und aufopferungsvoller Liebe füreinander. Mich haben sie überallhin mitgenommen. Das alles hat mich bis heute geprägt. Das habe ich erst in den späten Jahren verstanden.  (Foto: Ich mit etwa 4 Jahren in Hamburg)

Doch wie sind sie sich damals zum ersten Mal begegnet?

Im Frühjahr 1945 war mein Vater nach einer langen Schiffsreise von Istanbul, im Zickzackkurs durchs Mittelmeer, über den Nordatlantik, der Englische Kanal war ja noch vermint, in Göteborg angekommen. Während seiner Passage, auf der Höhe von Nord-Schottland, wurde das Kriegsende ausgerufen.

Sein Vater, mein Großvater Kitabi Hamdi Efendi, hatte seinen jüngsten Sohn nach Schweden geschickt, um für das Familienunternehmen in der Türkei Handelsware einzukaufen. Kameras, Radios, technische Geräte. Europa lag in Schutt und Asche und nur ganz wenige neutrale Länder auf dem Kontinent wie Schweden, waren noch intakt und hatten eine funktionierende Industrie. Die Türkei war ebenfalls nicht in die aktiven Kriegshandlungen im Zweiten Weltkrieg verwickelt. Im Gegenteil, sie war Zufluchtsort für für sehr viele Immigranten aus den Kriegswirren, darunter auch sehr viele Deutsche, die teilweise bis heute seit Generationen im Land leben.

Nach einigen abenteuerlichen Monaten in Göteborg und voller Anekdoten, die er später immer gerne zum besten gab, lud ein neuer Bekannter aus der Hafenstadt meinen Vater nach Stockholm zu einer öffentlichen Silvesterfeier ein. Die Party muss grandios gewesen sein, die erste große Feier nach Kriegsende. Es wurde ausgelassen zu Swing getanzt, getrunken und gegessen.

Punkt Mitternacht stoppte aber die Musik und der Tanz, alle sprangen auf und sangen die schwedischen Nationalhymne. Und da mein Vater die Nationalhymne nicht kannte und nicht mitsingen konnte, schaute er sich einfach um und die Leute an, freute sich mit ihnen. In dem Moment, während alle noch inbrünstig sangen, fiel sein Blick auf ein junges blondes Mädchen mit großen blauen Augen, meine spätere Mutter. Es muss Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. Er forderte sie gleich zum ersten Tanz im neuen Jahr auf. Und sie tanzten alle weiteren Tänze zusammen. Kismet.

Britta 1946 mit 24 JahrenAuch sie muss in dieser Stimmung ihm verfallen gewesen sein. Ein einfaches junges Mädchen vom Lande, Mitte Zwanzig. sehr schön und schlank, Zahnarzthelferin beim Hofzahnarzt des Königs Gustav V.  Mein Vater, Mitte Dreißig, dunkle Haare, dunkle Augen, elegant und drahtig, Abendanzug und Menjou-Bärtchen. Ein geschmeidiger Tänzer.  (Foto: Meine Mutter 1946 mit 24 Jahren)

Sie blieben das ganze Jahr über zusammen. Es gibt viele schöne Fotos aus dieser Zeit. Sie beschlossen zu heiraten. Mein Vater reiste zurück nach Istanbul und fragte seinen Vater, ob er einverstanden sei. Er willigte als aufgeklärter demokratischer Orientale und Patriarch sofort und ohne jegliche Bedenken ein. Frisches Blut sei gut und willkommen, soll mein Großvater damals gesagt haben. Meine Mutter, als praktische Schwedin, ging ihrerseits zum schwedischen Auswanderungswerk. Auch sie sollen keine Bedenken gehabt haben.

Sie heirateten am 8. August 1947 in Istanbul. Meine Mutter ist von der türkischen Familie mit offenen Armen aufgenommen worden. Sie wurde im Laufe der Zeit mehr und mehr eine Osmanin und Istanbulerin, ohne ihre Herkunft zu leugnen. Die letzten Jahrzehnte war sie die respektierte Familienälteste, zu der alle mit ihren Nöten und Sorgen kamen. Sie war eine warmherzige und praktische Frau.  (Foto: Hochzeitsfoto meiner Eltern 1947 in Istanbul, Auf dem Ball 1948/49 ebenda)

Gestern ist nun auch sie von mir gegangen.

Hochzeit Istanbul 1947Ich vermisse beide sehr. Meine Mutter und mein Vater haben ein gemeinsames Leben geführt und eine Liebe gelebt, dass es heute vielleicht so nicht mehr gibt. Mir fehlt ihre Herzenswärme. Das ist meine Heimat, die mir fehlt. Ich kann dieses Gefühl und den Stab nur meinen drei Söhnen für ihre Leben weitergeben. Wenn ich sie mir anschaue und erlebe, haben sie es auch angenommen. Liebe. Nähe, Wärme, Mitgefühl. Das ist mein einziges wahres Erbe an sie drei.

Wir sind für unsere Kinder immer Vater oder Mutter unser ganzes Leben lang. Für die Kinder ihrerseits auch nach unserem eigenen Tod deren ganzes Leben lang. Wir leben in ihnen weiter, durch ihre Erinnerungen und Geschichten.

Britta und Sami. Allah rahmet eylesin. Mekanları cennet olsun, inşallah. Ruht gemeinsam in Frieden. Jetzt wieder vereint.

Im Fluss. Der Flow.

Menschen sind soziale Wesen. Eine Binsenwahrheit. Egal ob privat oder beruflich. Ja, selbst Vögel, Bienen oder gebildete Fliegen sind es. Spanier und Litauer, selbst Holländer im Alten Amsterdam, Finnen, Siamesen, auch Bohnen in Bosten, sagt man. Quallen sowieso. Eartha Kitt hat recht:

Sie verlieben sich. Sie schliessen Freundschaften. Oder sie sind Teil einer Community. Ein weiter Bogen. Gewagt. Ich weiss, ich weiss. Was hält sie zusammen? Jedes Buch, jedes Lied handelt davon. Die Liebe. Es ist eine grosse Sehnsucht, die offensichtlich alle haben. Egal, ob Schwärmer oder Tor, egal, ob Eigenbrödler oder Psychopath. Egal, ob Alpha-Tier oder Femme fatale. Egal, ob Doppelstern oder Solitaire. Menschen sind soziale Wesen.

Was hält sie zusammen? Viele, viele Faktoren. Aber ich bin überzeugt: Allen ist gemeinsam der Flow, der Fluss. Mihaly Csikszentmihalyi hat mal diesen Begriff geprägt. Das Aufgehen in dem Anderen oder in der Gemeinschaft. Das, was zusammenhält ist die emotionale Nähe. Haben wir etwas Gemeinsames mit dem oder den anderen? Gebe ich, ohne über das Nehmen nachzudenken?  Das ist das, was zusammenhält. Der Flow.

Man muss es nur zulassen. Eintauchen in den Fluss. Mitfliessen. Dann ist alles möglich. Liebe, Freundschaft, Zusammengehörigkeit. Menschen sind soziale Wesen. Deshalb lieben wir. Deshalb schliessen wir Freundschaften. Deshalb sind wir Teil einer Gemeinschaft. Wir fühlen uns im Einklang und glücklich. Im Flow zu sein ist das höchsten Glück. Im richtigen Fluss.

The Postman Sometimes Rings Twice…

Dies ist eine Geschichte über verloren geglaubtes und wieder gefundenes Glück.

Vor vielen Jahren hat mir jemand mal das Buch Wie ein Vogel im Aquarium. Aus dem Leben eines Managers geschenkt. Es ist so etwas wie eine Autobiographie des Franzosen Daniel Goeudevert, des Querdenkers und Paradiesvogels, des ehemaligen Automanagers und Vorstandsmitglieds von Citroën, Renault, Ford und VW. Er hat viele Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet. Er war in seiner Zeit einer der schillerndsten Manager in Europa. Sein Leben ist interessant, aber das Buch ist ziemlich mässig geschrieben. Bis auf eine kleine Episode, die mich sehr beeindruckt hat und die ich mir damals nur sehr schwer vorstellen konnte. Ich habe diese Passage nie vergessen.

Goeudevert war Austauschschüler in Köln gewesen. Er hatte dabei die Tochter seiner Gastfamilie kennen und lieben gelernt. Eine naive und schwärmerische Liebe. Ob sie erwiedert wurde, weiss ich nicht. Nach einiger Zeit musste er jedenfalls nach hause wieder zurück,  der Kontakt zu dem Mädchen riss ab, er beendete das Lizeum, studierte, war nebenbei Deutsch-Lehrer, machte danach eine atemberaubende Karriere in Frankreich und Deutschland in der Automobilindustrie, heiratete währenddessen und gründete eine Familie. Doch das Mädchen von damals ging ihm nicht ganz aus dem Kopf. Als gestandener Manager und Familienvater von drei Kindern nahm er den Kontakt zu seiner einstigen Jugendliebe nach 22 Jahren wieder auf. Um es kurz zu machen: Er machte reinen Tisch mit seiner Familie und heiratete seine wieder gefundene Liebe Gabi. Er lebt jetzt seit über 25 Jahren glücklich mit ihr heute als Rentner in der Schweiz. Eine ungewöhnliche Romanze.

Warum verlässt ein Mensch eine scheinbar intakte, loyale und harmonische Partnerschaft für eine ungestillte Sehnsucht? Was hält die Erinnerung an einen Menschen so lange wach? Was hat Goeudevert an ihr damals in Köln so fasziniert? Was genau hat ihn bewogen, sie wieder ausfindig zu machen? Ich würde ihn heute das alles gerne fragen. Ähnliche Geschichten sind gar nicht so selten, wie man glaubt. Ich kenne mehrere ähnliche Fälle. Ein Jugendfreund. Oder eine zufällige Begegnung vor langer Zeit. Oder eine damals unerreichbare Person. Ein Schwarm. Jeder kennt solche Geschichten.

Natürlich zermürbt der Ehealltag, natürlich nehmen Kinder viel Elternzeit in Anspruch, natürlich verblassen auch Gefühle in einer Partnerschaft mit der Zeit. Liebe wandelt sich im günstigsten Fall in wahre Freundschaft um, klar. Aber das ist es nicht. Das ist nicht der Grund, um aus dem fahrenden Zug abzuspringen ins Ungewisse und alle und alles hinter sich zu lassen. Dazu gehört sehr viel Mut. Es ist auch nicht der berüchtigte zweite oder dritte Frühling, wie man so sagt. Ich glaube, es ist mehr und der eigentliche Grund liegt sehr viel tiefer. Der Grund ist wahrhaftiger. Es ist die uralte Sehnsucht nach dem Glück und seiner Erfüllung. Um ihrer selbst Willen. Wenn die eigene Seele vollkommen im Gleichgewicht ist, wenn man mit dem anderen zusammen ist.

Manchmal dauert es sehr lange, bis der Briefträger zum zweiten mal klingelt. Es ist, was es ist, sagt die Liebe.

Nachtrag: Allerdings heisst es auch bei @paulocoelho „Happiness is a myth we seek, joy is a state of mind. Pursue joy – forget happiness!“ – Glück ist ein Mythos, den wir suchen, Freude ist eine Geisteshaltung. Folge der Freude -Vergiss das Glück! (Eigene Übersetzung)

Noch’n Nachtrag: „Parliament/Funkadelic’s George Clinton puts it like this: „To me, the pursuit of happiness is what’s happening. Once you catch it, you’re a bored ass!““ (via PJebsen in Facebook)

Anschweigende Paare

Neulich in einem kleinen gediegenen Privathotel. Früh morgens beim Frühstück. Ein ausgesuchtes Buffet mit lokalen Produkten. Sieben Zimmer. Sieben Paare. Gutsituiert. Fünfzig, plus minus zehn. Er im Ralph Lauren Polo Hemd. Sie sportlich adrett und frisiert. Die Paare sitzen sich an kleinen Zweier-Tischchen genau gegenüber. Keiner spricht. Sie schauen sich nicht einmal an. Er schmiert sich die Leberwurst auf’s Minibrötchen. Sie tupft einen kleinen Klecks Quark auf’s Schwarzbrot. Schweigen. Hackfressen.

Wie lange sind sie zusammen, die Paare? Zehn Jahre? Zwanzig? Mehr? Keiner spricht den anderen an. Schauen sich nicht in die Augen. Lächeln nicht. Sie ignorieren sich. Und das Frühstück. Die Sonne draussen. Den blauen Himmel. Die Vorfreude auf den Tag. Gelangweilt. Stumm. Haben sie sich nichts mehr zu sagen? Ist alles schon gesagt? Müssen sie sich ertragen? Wie muss die Nacht gewesen sein? Geteiltes Bett, halbes Bett? Keiner lächelt. Keiner spricht.

Diese Szenen beobachte ich auch mittags und abends. In Restaurants, in Cafés und Bars. Überall. In allen Lokalen und Vierteln. Anschweigende Paare. Sie erdulden sich. Oder ist es einfach nur stummes Einverständnis? Geheime Taubstummensignale, die ich nicht erdeuten kann? Ein Gefühl der Leere macht sich breit. Kein Händedruck. Berührungsvermeidung. Er legt seine Hand nicht auf ihren Rücken. Keine Tuchfühlung. Sie wirken isoliert. So als ob sie zufällig zusammensitzen. Zusammengewürfelt. Wie im Bus, in der U-Bahn oder auf der Bank in einem überfüllten Park an einem Sonntag. Sind sie glücklich? Zumindestens zufrieden? Ich weiss es nicht. Irgendwie traurig. Das Werben hat nachgelassen. Ist verschwunden. Stumpf wirkt es manchmal. Sie wirken wie die Insassen einer Ehe.

Die Liebe ist abhanden gekommen. Was geblieben ist bei ihnen, ist nur die Aneinandergewöhnung. Manche sagen dazu auch euphemistisch: Vertrautheit. Ich kann mir das bei mir nicht vorstellen. Langweilig. Wer weiss, wo sie alle in Gedanken sind. Und bei wem.

Ich glaube nicht, dass das zwangsläufig so sein muss. Sich öffentlich anschweigende Paare. Das ist kein Naturgesetz der verhaltenspsychologischen Paarforschung. Oder doch?

Aus Max Frisch, Tagebücher I 1946-1949:

Eifersucht in der Liebe

Wenn es so weit ist: wenn der Blick zweier Augen, der Glanz eines vertrauten Gesichtes, den du jahrelang auf dich bezogen hast, plötzlich einem andern gilt; genau so. Ihre Hand, die dem andern in die Haare greift, du kennst sie. Es ist nur ein Scherz, ein Spiel, aber du kennst es. Gemeinsames und Vertrautes, jenseits des Sagbaren, sind an dieser Hand, und plötzlich siehst du es von außen, ihr Spiel, fühlend, daß es für ihre Hand wohl keinen Unterschied macht, wessen Haar sie verzaust, und daß alles, was du als euer Letzteigenes empfunden hast, auch ohne dich geht; genau so. Obschon du es aus Erfahrung weißt, wie auswechselbar der Liebespartner ist, bestürzt es dich. Nicht allein daß es nicht weitergeht, es bestürzt dich ein Verdacht, alles Gewesene betreffend, ein höhnisches Gefühl von Einsamkeit, so als wäre sie (du denkst sie auch schon ohne Namen) niemals bei dir gewesen, nur bei deinem Haar, bei deinem Geschlecht, das dich plötzlich ekelt, und als hätte sie dich, sooft sie deinen Namen nannte, jedesmal betrogen …

Anderseits weißt du genau: Auch sie ist nicht die einzigmögliche Partnerin deiner Liebe. Wäre sie nicht gewesen, hättest du deine Liebe an einer anderen erfahren. Im übrigen kennst du, was niemanden angeht, nur dich: deine Träume, die das Auswechselbare bis zum völlig Gesichtlosen treiben, und wenn du nicht ganz verlogen bist, kannst du dir nicht verhehlen, daß alles, was man gemeinsam erlebt und als ein Letztgemeinsames empfunden hat, auch ohne sie gegangen wäre; genau so. Nämlich so, wie es dir überhaupt möglich ist, und vielleicht, siehe da, ist es gar nicht jenes Auswechselbare, was im Augenblick, da ihre Hand in das andere Haar greift, einen so satanischen Stich gibt, im Gegenteil, es ist die Angst, daß es für ihre Hand vielleicht doch einen Unterschied macht. Keine Rede davon: Ihr seid nicht auswechselbar, du und er. Das Geschlecht, das allen gemeinsame, hat viele Provinzen, und du bist eine davon. Du kannst nicht über deine Grenzen hinaus, aber sie. Auch sie kann nicht über die ihren hinaus, gewiß, aber über deine; wie du über die ihren. Hast du nicht gewußt, daß wir alle begrenzt sind? Dieses Bewußtsein ist bitter schon im stillen, schon unter zwei Augen. Nun hast du das Gefühl wie jeder, dessen Grenzen überschritten wurde und dadurch sozusagen gezeigt, das Gefühl, daß sie dich an den Pranger stellt. Daher bleibt es nicht bei der Treue, hinzu kommt die Wut, die Wut der Scham, die den Eifersüchtigen oft gemein macht, rachsüchtig und dumm, die Angst, minderwertig zu sein. Plötzlich, in der Tat, kannst du es selber nicht mehr glauben, daß sie dich wirklich geliebt habe. Sie hat dich aber wirklich geliebt. Dich! aber du, wie gesagt, bist nicht alles, was in der Liebe möglich ist … Auch er nicht! Auch sie nicht! Niemand! Daran müssen wir uns schon gewöhnen, denke ich, um nicht lächerlich zu werden, nicht verlogen zu werden, um nicht die Liebe schlechthin zu erwürgen.

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