Cap San Diego in Hamburg

Ganz in Weiss und schnittig liegt die Cap San Diego fest vertäut an den St.Pauli Landungsbrücken in Hamburg. Einer der grossen eleganten Stückgutfrachtern der Reederei Hamburg Süd aus den 60’er Jahren, der Ära als Cointainer noch unbekannt waren und die Bananen einzeln gelöscht wurden („He lücht!“). Dreissig Jahre auf Rundfahrt zwischen Europa und Südamerika, im Pendel zwischen der rauhen Nordsee und den Küsten der Bananenrepubliken südlich des Wendekreises des Steinbocks, zwischen Samba und Polka.

Die Cap San Diego ist das größte fahrtüchtige, zivile Museumsschiff der Welt. Schrottreif von Hamburgern wieder nach Hause geholt, in unzähligen freiwilligen Stunden wieder topp instandgesetzt ist sie heute einer der wichtigsten Attraktionen des Hamburger Hafens. Wenn man auf ihrer Brücke steht und abends elbabwärts schaut, dann erfasst einen schon die Sehnsucht nach der Ferne.

Ich selber habe als Kind den Hafen in dieser Zeit noch als einen quirrligen Ort erlebt, wo bei Schichtwechsel tausende von Hafenarbeitern per Barkasse auf dem grossen Fluss aus den unzähligen Hafenbecken wieder nach Hause und zurück pendelten, grosse Dampfer von den Werften gegenüber vom Stapel gelassen oder exotische Frachter mittstroms auf Reede lagen, Matrosen von ihren Bräuten an den Anlegern verabschiedet wurden… Heute sind das nur noch ferne Erinnerungen. Aber einen klitzekleinen Teil davon kann man erahnen und erträumen, wenn man an der Reling dieses schönen Frachters lehnt, aufs Wasser schaut. Drüben, flussabwärts, auf der anderen Seite, die riesigen Containerkrähne, die wie gigantische Spinnenaliens die bunten genormten Kisten aus China, Indien oder Amerika wie von Geisterhand fast im Sekundentakt aus den grössten Containerschiffen den Welt hoch- und runterhieven. Da wird keine Ladung mehr gelöscht, sondern nur noch industriell und computergestützt abtransportiert.

Die Cap San Diego ist eine schöne Location auch für alle Anlässe. Ob Tangoabende im Frachtraum bei offenenen Ladeluken oder Party der hamburger Werbebranche auf dem Oberdeck. Salon, Pooldeck und weitere Flächen lassen sich separat oder im ganzen, die Gestaltungsmöglichkeiten sind gross. Einmaliger Blick über den Hafen. Das Schiff ist sehr gut zu erreichen über Nahverkehrsmittel. Preisliste auf der Webseite. Die bordeigene Gastronomie habe ich allerding bisher dort nie ausprobiert. Ein Blick durch die WebCam von Bord auf die Elbe?

Mein Beitrag zu CAP SAN DIEGO Betriebsgesellschaft mbH – Ich bin CemB – auf Qype

Islamische Kunst in Hamburg

Anläßlich der Wiedereröffnung der Abteilung Islam veranstaltet das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg vom 1.-30. November einen „Monat zur Kunst und Kultur des Islam“. Aus dem Flyer (PDF):

Die Ausstellung umfasst mit ca. 140 Objekten die Kunst der islamischen Völker vom 9. bis zum 18. Jahrhundert. Geografische Schwerpunkte sind Persien (heute Iran) und das Osmanische Reich (heute überwiegend Türkei); von dort stammen das Kunsthandwerk – Gefäßkeramik, Holz und Beinschnitzereien, Gläser, Textilien (zu sehen sind z.B. drei seltene und lange nicht gezeigte persische Teppiche) – und die Buchkunst mit Kalligraphien, Miniaturen und Ledereinbänden.

Zu den bedeutendsten Objekten der Sammlung gehören der reich illuminierte Gedichtband des osmanischen Sultans Süleyman des Prächtigen von 1554 (eines von drei heute noch erhaltenen Exemplaren) und ein persischer Ledereinband aus dem 16. Jahrhundert: Mit Lackfarben, Gold und Silber bemalt, zeigt er Tierkampfszenen, blühende Bäume und Vögel. Eindrucksvoll präsentiert ist kostbare Architekturkeramik, darunter das osmanische Fliesenfeld des späten 16.Jahrhunderts aus der höfischen Produktion von Iznik. Von einem persischen Mausoleum des 14. Jahrhunderts aus Buchara sind ein Fliesenbogen mit Jagdszenen und die ebenfalls erhaltene Reliefkeramik in der neuen Ausstellung so montiert, dass sich ein räumlicher Eindruck ergibt.

Ein sehr reichhaltiges fast tägliches kulturelles Mitmach- und Rahmenprogramm mit Musik, Kunst und Kulinarien begleiten den Monat. Und ein grosses Orientalisches Wochenende am Sonnabend, 17.11., 14–24 Uhr sowie am Sonntag, 18.11., 10–18 Uhr im Kaffeehaus im Museum. Details im Museumsflyer (PDF). Besser und einfacher wäre es gewesen, Beschreibung und Programm im Web zu publizieren, liebes Museum…

Herzlichen Dank an Foodfreak für diesen Hinweis per Mail.