Microblogging: Nicht alle Eier in einen Korb legen

ProBlogger Darren Rowse von TwiTip, ein sehr beliebtes australisches Blog ausschliesslich über Tips zu Twitter, fragt seine Leser, was man kurzfristig tun kann, wenn Twitter mal nicht zur Verfügung steht. Die Frage ist nicht nur rhetorisch. Gestern hat beispielsweise der Microbloggingdienst Pownce in seinem Blog angekündigt, dass er seinen Dienst zum 15. Dezember einstellt und im Bloganbieter SixApart aufgeht.

Was also tun?

Das einfachste, was man sofort umsetzen kann, ist zur Sicherheit sich und seine Kontakte in einen anderen Microbloggingdienst überzuwechseln und darin zu spiegeln. Der Dienst, der sich dafür momentan für Twitter-Nutzer am besten eignet, ist identi.ca. Damit lassen sich von identi.ca alle Nachrichten und/oder Replies, hier „dents“ genannt, je nach Präferenz automatisch über eine Bridge auch nach Twitter senden und auch alle Twitter-Tweets von allen in identi.ca registrierten Twitter-Nutzern in identi.ca darstellen. Abgesehen davon, dass identi.ca deutlich mehr Funktionalität und Komfort bietet als Twitter je hatte, eine sehr gute Lösung, wie ich finde. Zudem ist Twitter vollkommen proprietär, im Gegensatz zu identi.ca, das Open Source ist, Tagging der Profile kann und recht zuverlässig und schnell ist.

Effekt, man ist in zwei Systemen und kann trotzdem miteinander kommunizieren. So ist man gut vor Unbill des einen geschützt und legt nicht alle seine Eier in einen Korb. Ich bin @CemB in Twitter und @CemB in identi.ca. Wenn man beide Streams nun auch noch in einem einzigen Stream sehen könnte, wäre es sogar perfekt. Da Twitter demnächst irgendwann mal den OpenMicroblogging Standard unterstützen könnte, den Standard, den identi.ca jetzt schon bietet, dann liegt der einheitliche Stream für alle sogar in greifbarer Nähe.

Grund genug für einen identi.ca-Account, wer ihn noch nicht haben sollte.

NoseRub DevCamp am 13./14. September in Köln

Wer generell an offenen, verteilten sozialen Netzwerken interessiert ist, ist herzlich willkommen, am 13./14. September in Köln am NoseRub DevCamp teilzunehmen.

Was ist NoseRub? Dirk Olbertz, Kopf und Architekt von NoseRub erklärt es in einer Mail so:

NoseRub zeigt, wie mit den bereits vorhandenen Standards hCard, OAuth, OpenID, RSS und XFN die soziale Netzwerke aufgebaut werden können. Der Content und die Kontaktbeziehungen einzelner geschlossener Plattformen werden aggregiert und erlauben dem Benutzer somit einen zentralen Anlaufpunkt all seiner Aktivitäten und Kontakte im Web 2.0 zu erschaffen.

Zwischen den Ideen und Konzepten von NoseRub und Microblogging gibt es einen starken Zusammenhang. Ganz deutlich wird das bei der Open Source Software Laconi.ca (aka identi.ca & Co.) und beim OpenMicroBlogging, die ja auf ähnlichen Grundsätzen und Technologien basieren, aber einen etwas anderen Schwerpunkt haben. NoseRub und Microblogging ergänzen sich gut. NoseRub kann verteilte Microblogging Server und Netzwerke mit weiteren Technologien des Web 2.0 verbinden. Es kann als Kitt („glue“) dienen aus der Perspektive der User und so reichhaltigere Welten schaffen.

Dirk hat vor, auf dem NoseRub DevCamp eine praktische Arbeitsatmosphäre zu schaffen, wo insbesondere auch ganz konkret an NoseRub gearbeitet und entwickelt wird. Hands-on für Developer. Die Stunde. wo das Produkt weitergetrieben und neue Ideen eingebracht werden können. Super!

NoseRub DevCamp ist für Macher.

[Mehr über NoseRub hier in der „Sprechblase“]

Zeit für ein MicroBlogging Camp? MicroBlogging Congress? (Updates)

Ich denke schon. MicroBlogging ist ein starker und wichtiger Trend. Jeden Tag passiert etwas neues. Vom MicroBlogging gehen momentan die stärksten Impulse ins Web. Es geht nicht nur um den Austausch von kurzen privaten Nachrichten im Freundeskreis zum Zeitvertreib, sondern hier entsteht ein Medium, dass auch für die Gesellschaft und die Wirtschaft zahlreiche Anwendungen und Chancen bietet. Ein hochinteressantes Feld. Deshalb glaube ich, würde es Sinn machen, ein Camp oder einen Congress darüber zu machen.

Worüber würden wir sprechen? Was kann dort passieren?

  1. Konzepte wie verteilte, dezentrale und offene Netzwerke,…
  2. Services wie identi.ca, Twitter, Jaiku, Pownce, Plurk,…
  3. Free & Open Software und Frameworks wie Laconica, OpenMicroBlogger,…
  4. Protokolle wie OpenMicroBlogging,…
  5. Kanäle für die Erstellung und Verbreitung wie SMS, E-Mail, Instant Messaging oder Web
  6. Technische Basis-Plattformen wie XMPP,…
  7. Hands-on Workshops und Tutorials zur Installation, Konfiguration, Integration, Betrieb und Optimierung
  8. Anwendungsbereiche aus IT, Technik, Wirtschaft, Politik,…
  9. Applikationen und Add-ons
  10. Offene Panel-Diskussionen über Sinn und Zukunft und mehr

Ich würde versuchen, einige der namhaften internationalen Köpfe dazu zu bekommen. Mit einigen stehe ich in Kontakt. Cross fingers!

Ort und Zeit der Veranstaltung? Hamburg. Ich denke, irgendwann im Januar 2009 vielleicht.

Wieviel Zeit brauchen wir? Zwei Tage? Drei? Wenn ihr das in den gängigen Blogs und Microblogs diskutiert, benutzt einfach den Tag oder Hashtag „MBC09„!

Wer hätte Lust teilzunehmen oder mitzumachen? Erste Reaktion einfach in die Kommentare hier reinschreiben. Wir formalisieren das später. Eine Teilnahmegebühr wird sicher erforderlich werden.

Was meint ihr?

Update: Es heisst jetzt „MBC09 – Microblogging Conference 2009“. Genaues Datum und genauer Ort hängen jetzt von einigen Faktoren ab, auf die ich noch warte. Es findet also statt!

Update 2: Yay!! Evan Prodromou, Kopf von identica wird voraussichtlich beim #mbc09 dabei sein! Super! Da freue mich darauf!