Mobile Only. Nicht einfach nur First.

Ketzerische Steilvorlage. Alle großen sozialen Netzwerke wie Facebook & Co sind ursprünglich mal als Desktop-Anwendungen entstanden. Ihre mobilen Apps sind größtenteils nur mehr oder weniger schlecht adaptierte Versionen dieser Desktop-Anwendungen. Deshalb treffen sie den mobilen Zeitgeist nicht besonders gut. Sie sind zu kompliziert für die mobile Nutzung, zu mächtig und unübersichtlich in ihrer Funktionalität. Viele sind dadurch auch zu fehleranfällig. Sie haben einfach keinen Sex. Sie ahmen einfach ihre Stammväter und -mütter nach. Sie sind keine neue Generation.

Twitter mag vielleicht darunter eine halbe Ausnahme sein, da es ganz am Anfang (vor der Smartphone-Ära) als mobile Kommunikation für Kuriere gedacht war. Instagram beispielsweise ist dagegen die erste große erfolgreiche App die voll und konsequent auf die mobile Nutzung mit Smartphones konzipiert ist. Der Content ist auch ein ganz anderer als bei den meisten klassischen sozialen Netzwerken. Instagram ist extremst affin für den mobilen Gebrauch. Ihre Desktop-Anwendung dagegen ist eher ein stiefmütterliches Feigenblatt. Fast unbrauchbar. Nur ein kleines Aushängeschild am Schaufenster für alle, die noch kein Smartphone haben.

Das alles zeigt mir, dass in naher Zukunft neue, große, mächtige und erfolgreiche mobile Apps noch kommen werden, wenn sie nicht schon unbemerkt irgendwo entstanden sind. Sie werden die etablierten sozialen Netzwerke verdrängen. Ja, es ist ketzerisch, zu glauben, dass Facebook mit einer Milliarde Nutzer demnächst überrollt und verdrängt werden könnte.

Diese neuen mobilen Apps werden die heute bestehenden ganz großen sozialen Netzwerke auf den mobilen Geräten nicht nachahmen, sondern vollkommen andere Wege gehen, ganz andere Use Cases und völlig anderen Content unterstützen. Darauf würde ich mich konzentrieren. Mobile Only. Nicht einfach nur First. Ist das nun ketzerisch? Think outside the box. Es gibt sehr viel Raum für Neues.

Google+: Crowding out the social networks.

Facebook is the better StayFriends. Good for long lost old school friends and distant family members. That’s fine with me. And what about Twitter? Well, you can utilize it for birthday wishes and breaking news to your followers. Or any message you don’t really expect any useful feedback or intense discussions. Twitter is a gunslinger for spreading hot news or some laconic phrases very fast. But meanwhile the cool kids mingle now at Google+ since it entered the arena. Soon the early majority will follow the innovators and early adopters, I believe.

Larry Page, CEO of Google, confirmed 10 million Google+ users within two weeks after the launch. The times they are a-changin. There are round about maybe 1 billion social network users world wide which is one sixth of the world population. Google+ starts in a moment where the social networking market seems to be well developed and mature. The attack of the behemoth is a massive crowding out of the existing networks and gaining new members for its platforms like Android and its huge customer base for advertising. Google embraces social networks, extends them with smart features and an elegant user experience and tends to extict some of its rivals. It’s all about big money and very intelligent target marketing. The typical bold tactical maneuvers of a market giant.

Let’s see how this story will develop next week. Will your beloved move from Facebook to Google+ (Yes please! Done.)? Will silly games, phoney companies, fake accounts infiltrate and populate your circles (Probably.) ? And: what about invites to parties via Google+ (Sure…)?

That’s the big picture for this week so far. Stay calm. Stay tuned.

Vorsicht: Spam als Gmail Invites

Heute morgen habe ich einen Gmail Invite mit einem Absender erhalten, den ich nicht kenne. Verblüffenderweise für mich, ein Absender mit meinem Nachnamen und einem weiblichen Vornamen. Eine Abfrage in Google ergab schnell, dass dieser Name einen nichtssagenden LinkedIn Account, einen gleichnamigen Facebook Account und einiges mehr hatte und sich als schlecht getarnter Fake herausstellte.  Dumm nur zudem, dass ich ja schon einen Gmail Account habe. In der öffentlichen Kommunikation im Web, egal in welchem Zusammenhang, kommt auch nur diese Gmail-Mailadresse zum Einsatz. Meine eigentliche verwende ich nie offen im Web.

Interessant für mich dabei ist, dass Spammer offensichtlich ihren vermeintlichen Absendern eine getürkte Vita mittels Social Networks verpassen.

Das scheint mir eine neue Qualität zu sein. Das wiederum wirft für mich die Frage auf, wie es denn mit den Identitäten in den Social Networks aussieht. Es gibt keinerlei Prüfung über den Zusammenhang zwischen der virtuellen und realen Person. Viele weitere Dienste im Web basieren aber auf den Angaben in den gängigen Social Networks, die seit einiger Zeit als genügende Authorität für Identitätsnachweise herhalten. Da scheint sich mir demnächst eine grosse potentielle Gefahrenquelle aufzutun. Ich bin mir sicher, dass Spamversender diese fundamentale Schwachstelle gnadenlos ausnutzen und perfektionieren werden. Hier kommt den Betreibern von Social Networks eine grosse Verantwortung zu.

Also Vorsicht bei Gmail und anderen Invites. Erst im Web und im echten Leben recherchieren, wer einem diesen schickt. Es könnte ein Spam-Adressen-Sammler sein.

Xing in der Türkei

Xing wächst weiterhin stetig durch Übernahmen in Europa und hatte im Januar 2008 cember.net übernommen – das mit jetzt über 320.000 Mitgliedern größte Businessnetzwerk in der Türkei. Heute schon sind auf der Xing-Plattform rund 30.000 türkischsprachige Mitglieder registriert.

Cember.net ist eine eingeführte profitable Marke in der Türkei und ähnlich wie Xing aufgebaut. Mit einem Kaufpreis von 4,36 Millionen Euro ist Cember.net die grösste Erwerbung von Xing nach den beiden spanischen Social Networks, die es im Vorjahr erworben hatte. Beide Netzwerke hatten aber zum Zeitpunkt des Erwerbs deutlich mehr Mitglieder.

Mit diesen drei Käufen deutet sich schon die Expansionstrategie von Xing an: In Richtung Lateinamerika und in Richtung Islamische Welt und Asien. In China ist Xing schon gut präsent.

Xing-Gründer Lars Hinrichs stellte heute in Hamburg in der Xing-Zentrale der türkischen Presse in Deutschland Cember.net und seine Gründer, das Ehepaar Çağlar Erol und Nihan Erol vor. Ich durfte an dieser Pressekonferenz mit babylonischem Sprachgewirr in deutsch, türkisch und englisch teilnehmen.

Die Türkei ist mit rund 70 Millionen Einwohnern einer der am stärksten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Mehr als 16 Millionen Bürger (Weltrangliste #18 in 2005) nutzen das Internet. Die digitale Wirtschaft wächst dort weit überdurchschnittlich. Die Türkei gehört zu den Top 20 in der Rangliste der Weltwirtschaften.

Derzeit baut die Türk-Telekom ein flächendeckendes DSL-Netz. Laut der neuesten Erhebung des türkischen Statistikinstituts vom 16. November 2005 besitzen 12,75% der Bevölkerung einen PC oder einen Laptop und 8,66 % der Haushalte besitzen einen Internetanschluss (2004 waren es 7,02 %) [Quelle Wikipedia]. Die aktuellen Zahlen dürften heute deutlich höher liegen.

Çağlar Erol wies daraufhin, das nicht nur der private Sektor, sondern auch der Staat in das Web investiere und es immer stärker nutze. Er sagte allerdings auch, dass die Universitäten einen zu geringen Anteil an technischen Akademikern produzierten, gemessen an der grossen Gesamtanzahl von Absolventen. Er wünschte sich auch mehr grosse und innovative Webvorhaben und mehr Risikokapitalgeber für das Land.

Lars Hinrichs betonte, für Social Networks könne die Türkei eine der wichtigsten Brücken zur islamischen und zur asiatischen Welt mit rund einer Milliarde Menschen sein. Schon heute existieren in Xing zahlreiche starke Gruppen mit kulturellem Hintergrund aus der Türkei.

Ich denke ebenfalls schon seit langem, dass die Türkei ein grosses Potential für weborientierte Dienste und Produkte bietet. Ich halte den Kauf und die Integration von Cember.net für eine kluge Investion in die Zukunft.

Es ist geplant, die technische Migration der Mitglieder von Cember.net voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres abzuschliessen, sodass Xing weiterhin nur mit einer einzigen einheitlichen Plattform arbeitet. Da die Strukturen beider Netztwerk recht ähnlich sind, Çağlar Erol hatte Cember.net nach Xing-Vorbild entwickelt, sollte die Migration deutlich einfacher durchzuführen sein als bei den früheren Übernahmen in Spanien. Nach der vollzogenen vollständigen Übernahme wird sich Erol neuen eigenen Projekten widmen.

Ich bin überzeugt, dass Xing in der Türkei rasch ein starkes Wachstum hinlegen wird. Lars Hinrichs hat schon angefangen, türkisch zu lernen. Hoş geldiniz, Lars bey!

Xing-Profile per Google…

durchsuchen. Knapp 20.000 Google-Seiten auf Deutsch á 100 Einträge = 2 Millionen Profile.  Social Searching. Beindruckend oder Erschreckend? Von Xing oder von Google?? Bin mir nicht so sicher… Andererseits, man möchte ja auch im Web gefunden werden und hat ja in Xing sein Profil für Suchmaschinen freigegeben. Aber es stimmt schon etwas nachdenklich, wenn man sich vorstellt, dass auf diese Weise Google einen Grossteil der Profile von Social Networks u.ä. in ihren Datenspeichern hat. Das dürfte kein geringer Teil der weltweiten Creative Class sein.

PS: Wofür früher Geheimdienste Jahre gebraucht haben, kann jetzt jeder „Depp im Web“ fast jeden anderen und alles andere finden und kombinieren. Heisst das jetzt aber, das Geheimdienste nun ihre Existenzberechtigung verloren haben? Oder, dass sie sich neue Betätigungsfelder suchen? Und ausserdem gibt es ja noch das Dark Web.

PPS: Ausserdem, einer meiner ehemaligen Informatik-Professoren, sagte mir mal in den siebziger Jahren zu recht, wirklich Geheimes gehöre nicht in den Computer – damals hatten wir noch kein Internet und die schöne neue Welt…

Business Networking: Xing vs. LinkedIn

Eine hochinteressante und sehr qualifizierte Analyse mit konkreten Zahlen im Fernduell zwischen Xing und LinkedIn in ReadWriteWeb:

Increasingly people accept that Facebook serves a different function than LinkedIn. In simple terms: deals on LinkedIn, dates on Facebook. This simple reality was obscured for a while, because the Silicon Valley crowd use Facebook (as it is the new, new thing) and so they extrapolated incorrectly that the rest of the world will work that way too. It looked like a contest between the Facebook hipsters and LinkedIn suits. But the real race for business networking has two horses. LinkedIn is clearly one. The other is not Facebook, but Xing.

Both LinkedIn and Xing are business focussed. So this is not a hipsters vs suits contest. This is a Europe vs America contest, with Asia as the disputed territory. [Weiterlesen…]

LinkedIn punktet natürlich bei der Anzahl der User Accounts um den Faktor vier, aber Xing nutzt seine Profile wesentlich besser und hat die deutlich besseren Kenngrössen (Tabelle) in fast allen anderen Bereichen. Mein Punkt geht deshalb in der Schlussabrechnung deutlich an Xing, dass die besseren Karten hat.

Türkei 2.0

Die Türkei ist in Sachen „ZwoNull“ mittlerweile massiv auf dem Vormarsch zum Durchbruch. So scheint es zumindestens. TechCrunch schreibt:

What is it about Turkey? They are really getting into social networking. Turkish social network Yonja (whose logo actually looks Irish to me) has raised $12.5M in Series A funding from Greywolf Capital Partners and Tiger Global Management, reports PEWire. HQ’d in San Francisco, the firm is led by founder and CEO Kerim Baran, who was educated at Harvard and Siebel before launching Yonja. Founded in 2003, Yonja claims a billion page views per month and nearly 5 million members. Owners Yonja Media Group also launched MetroListe (a craigslist for Turkey), 7inci (a DailyCandy for Turkey) and Nolyo (a Twitter for Turkey), says AlarmClock. In fact, Turkish startups aren’t doing too bad.

Letzte Woche hatte Xing in der Türkei das Social Network cember.net übernommen. Aus gutem Grund…

XING übernimmt cember.net (TR)

Xing wächst weiterhin stetig durch Übernahmen in Europa und übernimmt jetzt cember.net – das mit über 280.000 Mitgliedern größte Businessnetzwerk in der Türkei. Cember.net ist eine eingeführte profitable Marke in der Türkei und ähnlich wie Xing aufgebaut.

Die Türkei ist mit rund 70 Millionen Einwohnern einer der am stärksten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Für Social Networks kann sie einer der wichtigsten Brücken zur islamischen Welt mit rund einer Milliarde Menschen sein. Schon heute existieren in Xing zahlreiche starke Gruppen mit kulturellem Hintergrund aus der Türkei.

Der islamische Raum ist ein interessanter Markt, der für Social Networks noch gar nicht erschlossen ist. Etwa 300-400 Millionen Menschen werden dort auf Grund ihrer Bildung und ihres Konsumverhaltens von unterschiedlichen Studien als potentielle Mitglieder von Social Networks angesehen. Das Wachstum in diesem Markt ist rasant.

Das Netzwerk muslimBC mit Sitz in Hamburg ist beispielsweise einer der ersten Angebote im Web, das sich ausschliesslich auf diesen Markt konzentriert und in einem halben Jahr seit ihrer Gründung über 12.000 Mitglieder gewinnen konnte.

PS: „çember“ heisst auf deutsch übrigens der Kreis, der Umkreis, aber auch der Ring, der Reifen, der Fassreifen. Ausgesprochen wird es „tschember“, wohingegen mein Vorname „Cem“ mit dem „C ohne Häck’chen darunter“ wie „Dschämm“ ausgesprochen wird. Muss ich immer wieder alle paar Jahre erklären.

Update: Einige Zahlen und Hintergründe zum cember.net Deal.

Erfahrungsbericht: Ein Jahr mit Qype als Benutzer

Ich bin nun genau ein Jahr Benutzer bei Qype. Am 1.1.2007 habe ich angefangen bei Qype zu schreiben. Seit dem habe ich 136 Beiträge aus meiner sehr persönlichen Perspektive über lobenswerte, erwähnenswerte, manchmal auch ärgerliche Plätze geschrieben, meistens aus der Gastronomie und Freizeit, 221 Bilder dazu hochgeladen, 221 Kontakte geknüpft, von denen ich viele schon anderweitig aus dem Web und aus meinen anderen sozialen Netzwerken kannte, aber auch sehr viele neue Kontakte. Sehr viele auch darunter, die zum ersten Mal im Web aktiv und produzierend unterwegs sind.

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Qype: Die Samova Tea Lounge Extraordinaire in Hamburg

Scuba Garden, Heidi’s Delight, Speak French, Business Trip, Total Reset, Maybe Baby. Das sind alles fantastische Teemischungen bei samova. Die Top Tee-Lounge in Hamburg. Vielleicht sogar in ganz Deutschland. samova hat nichts mit verstaubten Teeläden und Teestuben zu tun. samova ist eine Tee-Lounge extraordinaire am Hafenrand in Hamburg. samova ist Gastfreundschaft pur. Auf insgesamt 650 qm ist hier ihr neuer und einzigartiger Flagship-Store über zwei Ebenen im Erdgeschoss des stilwerk Hamburg enstanden. Ein perfekter Ort, um sein Real Life Social Network zu pflegen.

An allen sieben Tagen in der Woche entspannt das gesamte Tee-Sortiment kostenlos (!) probieren und bei Gefallen erwerben. Die extrem freundlichen Damen und Herren, die den Tee servieren, nennen sich hier sinnigerweise Tea-Jays. Sie nehmen sich viel Zeit für die Gäste und erklären gerne die unterschiedlichen Kreationen, die heiß – oder auch kalt als Eistee und Cocktails serviert werden. Meine persönlichen Favoriten sind übrigens Team Spirit und Istanbul Nights. Genial sind die gläsernen Teekannen, die hier zum Einsatz kommen und auch gekauft werden können. Mit einem einzigen Dreh stoppt man das weitere Ziehen des Tees. Ohne tropfende Einsätze oder Teefilter. Eine weitere wunderbare Idee ist der regelmässige Philosophische Salon, ein Kreis von interessierten, die sich bei Tee und köstlichem Buffet treffen, um monatlich über Konzepte wie „Leben ist Luxus“ oder „Das Gesetz des Zufalls“ zu diskutieren.

Gastgeberin, kreativer Kopf und Gründerin von samova ist die polyglotte Esin Rager, die vordem höchst aktiv und erfolgreich in der innovativen Kreation von Zeitschriften und Werbekampagnen tätig war. Der Besuch von samova ist für Teeliebhaber und solche, die es werden wollen, unbedingt zu empfehlen. Immer noch ein Geheimtipp. Ihr Motto „We believe in friendship and tasty hot water“ ist schlichtweg eine grossartige Untertreibung.

Mein Beitrag zu Samova GmbH & Co. KG – Ich bin CemB – auf Qype