PR Thinking

Jetzt wird mir der Basic aus Usingen doch langsam unheimlich. Die Amerikaner heben ihn jetzt aufs Schild. Das ist wohl die grösste PR Kampange, die ein deutsches Web 2.0 Ding je gesehen hat. Robert bei TechCrunch und eben auf der ehrwürdigen Washington Post (via)! Das hat noch keiner bisher mit dieser Leichtigkeit geschafft. Hut ab, Robert!

Ein Mega-Scoop, an dem sicher die PR Mitarbeiter und PR Agenturen von eBay nicht ganz unschuldig sein dürften. Absolute Profis. Werbung pur für ebay. Wenn du einmal auf den internationalen Nachrichtentickern landest… Dazu sind diese Agenturen ja auch da. Da ist es verständlich, wenn er sagt: „eBay hat mir freundlicherweise unter die Arme gegriffen, womit ich nie gerechnet hätte. Mega Dank!“. Das dürfte den Preis ziemlich noch in die Höhe treiben bis 15.01.09 19:50:54 MEZ. Damit kommt Robert seinem Wunschergebnis sicher näher.

Chancen von Magazinformaten im Web

Alexander Becker hat bei meedia einige Webunternehmer befragt, ob sie Basic Thinking kaufen würden. Ihre Antworten waren im unterschiedlichen Grad zurückhaltend bis ablehnend. Die Verkaufsabsichten dürften nicht unproblematisch sein.

Ich sehe das so: Das Problem mit „Basic Thinking“ beim Verkauf ist, dass es von Anfang an weitgehend als ein sehr persönlich gefärbtes Blog aufgezogen wurde. Das ist in diesem Einzelfall natürlich durch Robert historisch bedingt. Wäre es ein Magazin mit Fakten, Nachrichten und Meinungen zum Webgeschehen und hätte es wie beispielsweise TechCrunch oder die Calacanis Publikationen einen professionelleren Charakter, würde die Verkaufsidee und ihre Chance dafür komplett anders aussehen. Der Inhalt und die Präsentation sind entscheidend, nicht nur die Reichweite. Ich halte auch ein Autorenteam für wichtig, nicht nur einen Einzelnen. Damit ist die Bindung und Idfentifikation mit einem einzelnen Blogger etwas schwächer. Eine der wenigen Ausnahmen mag stylespion von Kai Müller als Einzelkämpfer sein.

Grundsätzlich gebe ich professionellen und journalistischen Magazinformaten im Web sehr gute Chancen. Ich halte sie sogar für die Zukunft.

Robert Basic verkauft „Basic Thinking“

Robert Basic plant, sein Blog „Basic Thinking“ zu verkaufen. Sein Blog ist das meist verlinkte in der deutschsprachigen Blogosphäre, ist sehr gut von einer grossen Leserschaft frequentiert, hat auch ausserhalb der Bloggerwelt einen sehr bekannten Namen und wird deshalb gerne von PR und Viral Marketing Kampagnen als Link- und Meinungsschleuder genutzt. Robert Basic selber wird ebenfalls von den einschlägigen konventionellen grossen Publikumsmedien als erfolgreicher Vorzeigeblogger befragt. „Basic Thinking“ ist eine Marke. Robert ist aber offensichtlich auch etwas müde geworden dabei. Kein Wunder bei seinem enormen Pensum für das Blog, das zeitweilig rund um die Uhr kleine und grosse Artikel zu Gott und der Welt produziert. Ganz zu schweigen vom Rechercheaufwand für einige Artikel.

Was ist „Basic Thinking“ ohne Robert Basic wert? Das, was jemand bereit ist zu bezahlen für seine Reichweite im Web. Sein Blog erreicht einen grossen Teil der deutschsprachigen Webavantgarde, wozu auch die Bloggergemeinschaft zählt. Auch unter der Tatsache, dass sein Blog im letzten halben Jahr deutlich an Zugriffszahlen verloren hatte. Wie sehr viele andere auch übrigens. Würde sich „Basic Thinking“ bei einem Wechsel ändern? Klar. Zumindestens würde sich Rechtschreibung, Grammatik und Stil verbessern (Sorry Robert, musste ich freundschaftlich mal los werden). Wie würde denn ein Wechsel stattfinden? Das beste wäre, ein Redaktionsteam, dass auf Stichtag gleich übernimmt und loslegt, gerne mit Robert als einem der Stammautoren und als Gallionsfigur. Einer allein schafft das nicht. Einen Basic gibt es nur einmal. Ob „Basic Thinking“ über ebay verkauft werden soll, lass ich mal im Raum stehen. Robert ist ja in diesen Dingen ziemlich direkt und was ich an ihm ausserordentlich schätze ist, dass er immer sehr transparent in seinem Handeln ist. Also, meinen Segen hätte er. Domainen und Blogs werden im Angelsächsischen ja auch als „Real Estate“ im Web bezeichnet, eine Web-Immobilie, …und die kann man verkaufen und kaufen und mieten und leasen und verschenken und… Das ist die Privatsache von Robert Basic.

Allen anderen sei aber gesagt, die „Sprechblase“ bleibt mein Eigentum, steht nicht zum Verkauf und ist weiterhin vollständig werbefrei. Wenn ich keine Lust mehr habe, höre ich einfach auf, sperre die Kommentar- und Trackbackfunktionen und drücke irgendwann mal auf die finale Bloglöschtaste. Aber der Zeitpunkt dafür ist noch nicht da.

Robert, ich bin gespannt, was du neues vorhast. Melde dich, wenn du Lust hast.