Dein Content wird 4,3 Milliarden Dollar wert sein bis 2011

Steve Rubel schreibt heute morgen über Social Networks und Blogs, dass ihr Content der Werbeindustrie 4,3 Milliarden Dollar wert sein werde bis 2011. Schön für die Betreiber dieser Plattformen. Er fragt sich dann aber auch, wo den die Nutzer bei diesem Goldrausch abbleiben, die ja diesen wertvollen Content geliefert haben:

If the platforms are getting all of the financial gain, then the community should stand to get a significant share of that money.

Hallo Wach! Meine Rede. Das sage ich schon die ganze Zeit!

Real Enterprise 2.0

Mass Customization, User Generated Content, Virales Marketing, Crowdsourcing, Social Networks faszinieren mich schon seit langem… Alles Konzepte, die erfolgreich in der Internetökonomie wie in einem grossen lebendigen Echtzeit-Labor entdeckt, erfunden, zusammengemischt, eingeführt, getestet und verfeinert worden sind. Absolut faszinierend mit welcher Geschwindigkeit diese Modelle in den Köpfen der Nutzer und Surfer im Web verankert worden sind. Es sind mittlerweile fast schon Verhaltensmuster dieser Menschen geworden. Bei mir selber natürlich auch. Und das Experiment geht weiter.

Mich interesiert an dieser Sache seit langem der Umkehrschluss: Was kann ich von diesen Konzepten in die Welt der realen Unternehmen zurückführen? Mein Ideal wäre eine weitgehend sich selbst steuernde Organisation.

Das Netzwerk der Abhängigkeiten

Der Fall Flickr zeigt die massiven Wechselwirkungen zwischen einer an sich banalen Webanwendung und dem darin entstandenen und eingebetteten Sozialen Netzwerk. Es zeigt eben auch, dass es kommerziellen Anbietern eigentlich um dieses Netzwerk geht und gar nicht mehr um die Anwendung. Till Westermayer schreibt heute morgen treffend in Telepolis:

Das Beispiel Flickr hat deutlich gemacht, dass soziale Netzwerke kein Unternehmenskapital wie jedes anderes darstellen. Die Geschäftsgrundlage von Web-2.0-Angeboten weist einige Besonderheiten auf. Die üblichen Marktgesetze kommen hier nur bedingt zum Zuge. Die Stärke wie die Schwäche dieser Angebote ist die hohe Bedeutung von zwischenmenschlichen Kontakten, Beziehungen und sozialen Netzwerken verbunden, die – was erfolgreiche Anbieter freuen und deren Konkurrenten ärgern dürfte – nicht einfach transportiert werden können. Aus Verbrauchersicht erweist sich diese Kopplung an soziale Netzwerke dann als Ärgernis, wenn das Angebot nicht mehr zufrieden stellt, und sehr hohe Hürden bestehen, zu einem Konkurrenzangebot zu wechseln.

Kann man die Komponenten Webanwendung und die Community mit dem Sozialen Netzwerk überhaupt voneinander trennen? Bedingt nicht das erstere das zweite? Würden sich Plattformen wie Xing oder LinkedIn als neutrale oder offene Soziale Netzwerke für Webanwendungen eignen? Durchaus, wenn sie einfache Schnittstellen für diese Webanwendungen schaffen und sich selber deutlich aus dem Anwendungsgeschäft heraushalten. Wie würden darauf die Webanwendungen reagieren? Sie würden einen grossen Teil der Kundenbindung an die (kommerziellen) Social Network Plattformen abgeben und damit potentielle Kundenwechsel vereinfachen bzw. für sich die Gefahr der Wechsel und des Verlusts erhöhen. Der Kunde wäre König.

Offene Frage: Hat beispielsweise Xing strategisch u.a. auch die Absicht Webangeboten von Dritten als neutrale (oder offene) Social Network Plattform zu dienen? Über offene Schnittstellen (API’s)?

Ich denke, dass neue und hungrige Guerilla-Anwendungen sich auf dieses Spiel einlassen werden, aber 350-Kilo-Gorillas wie die Marktführer nicht. Langfristig glaube ich, dass die Guerilla siegen wird. Das hat die bisherige Geschichte immer gezeigt.

Nachtrag: Interessante alternative Sichtweise auf den gleichen telepolis-Artikel von Oliver Wagner in agenturblog.de, der die gleiche Problematik im Lichte von Open ID sieht: „Die Souveränität der Beziehungen“.

Flickr brütet Tag und Nacht über der Krise

Ein WebZwoNull Unternehmen der ersten Stunde hat seine Unschuld verloren.

Aus der jugendlichen Frische und Unbekümmertheit ist Angst und Berechnung geworden. War das nicht zu erwarten? Ich glaube, das ist der Weg, den alle innovativen Unternehmen gehen, wenn sie gross und stark geworden sind. Wenn sie Tochter einer noch stärkeren und grösseren Stiefmutter sind. So war es mit Microsoft, so ist es mit Google, ich behaupte sogar mit dem ewigjunggebliebenen Apple und nun auch mit flickr. Wie immer flickr nun aus dieser Krise herauskommen wird, sie werden nicht mehr dieselben sein.

So, jetzt ist es offiziell auch raus. Flickr sieht ein gravierendes Problem für sich in der deutschen Gesetzgebung und darausfolgenden rechtlichen Konsequenzen und Strafen. Es geht tatsächlich um die sogenannte Kommentarenhaftúng, die durch jüngste rechtskräftige Urteile noch untermauert worden ist. Danach haften „Forenbetreiber“ (= Plattformanbieter) für den Inhalt von Kommentaren (= User Generated Content, Inhalte, die von Nutzer eingestellt worden sind). Speziell hat es flickr hierbei um den Inhalt angetan, den sie Minderjährigen nicht zugänglich machen will (Update: § 184 StGB).

Heather Powazek Champ von flickr erklärt heute in der jüngsten und dritten offiziellen Erklärung von flickr:

The decision to change the Flickr experience in Germany was never about censorship – it was made to try to ensure that Yahoo! Germany was in compliance with local legal restrictions. In fact, we’re all getting really uncomfortable that the words „flickr“ and „censorship“ are being jammed together with increasing frequency because that is _so far_ from the direction we’re trying to move in.

The central problem is that Germany has much more stringent age verification laws than its neighboring countries and specifies much harsher penalties, including jail time, for those with direct responsibility (in our case, it would be our colleagues in the German offices and we’re not willing to make a call that has that kind of consequence for them).

Up to the point of launch we had been exploring every possible approach which would allow us to do what makes sense while still operating inside the law. Unfortunately, the solutions did not come together in the way we thought they would.

I know people would like to know exactly what is going on, have a chance to evaluate the internal back and forth, and know all of the reasoning. Unfortunately, that’s just not possible. In the end, some of you will trust that we are doing our best and are confident that we’ll have a workable system in the future and some of you will not. We’d love to be able to change that reality, but we can’t. We’ve made and admitted to a couple of big mistakes lately, and as many of you have commented, we should have handled this issue differently.

Believe me when I say that we’d rather not make mistakes in the first place, but when we do, take hope in the fact that we always listen, always respond, and often change the system as a direct result of your input. That’s the way Flickr rolls, and we never want that to change.

So again, we’re not perfect (as much as we’d like to be), but everyone on the team is resourceful, fair-minded and determined to find the solution to this. You’ll be the first to know the outcome.

[Hervorhebung in fett von mir]

Heather ist auch Mitbegründerin von JPG gemeinsam mit ihrem Ehemann Derek Powazek, einem der anerkanntesten amerikanischen Designer im Web.

Sind die Amis nun zu ängstlich? Abgesehen davon, dass die deutsche Rechtsprechung in Punkto Kommentarhaftung vollkommen an den Realitäten vorbeigeht. Diese Krise hat flickr erheblichen Schaden in Deutschland beigefügt. Ob und wie der Fotodienst sich davon erholt, hängt von ihm selber ab und bleibt abzuwarten. Die kooperative Haltung der Konzernmutter Yahoo! in Sachen undemokratischer Regimes wie beispielsweise China, verschärft die kritische Haltung in Deutschland. Ich habe viele Fragezeichen. Die Antworten dazu werden immer dünner.

Weiterführende Links zur Vorgeschichte:

Nachträgliche Anmerkung von mir: Ich habe ausnahmsweise die drei Zitate von hochrangigen flickr Managern im Original und als Vollzitat zitiert, da es sich jeweils um Forenbeiträge bei flickr handelt und diese recht flüchtig sein können. Wie schon oft erlebt. Also historische Fixierung und Dokumentation von Aussagen für die Nachwelt.

Eldorado 2.0 oder Die Eroberung der Neuen Welt

Die Eroberer der Neuen Welt, Marco Polo, Kolumbus, Cook, Pizarro, tauschten Glasperlen und billiges Geschmeide gegen die wertvollsten Erzeugnisse der neu entdeckten Nationen und Völkergemeinschaften gegen Gold, Kakao, Kautschuk, Sklaven. Die modernen Eroberer in der Welt 2.0 versuchen es mit Karmapunkten und Micropayments gegen Content, Kreativität und Arbeitskraft…

Die Eroberer der Neuen Welt waren und sind auf der Suche nach dem sagenumwobenen Eldorado, nach den Klunckern der Inkas und Mayas, nach den Clustern aus wertvollen Nutzern, den Communities voller aktiver User. Nach dem Gold 2.0.

Lasst uns das mal genauer betrachten. Immer wieder machen Schlagzeilen über grosse und teure Unternehmensverkäufe die Runde. Die Angaben gehen dabei häufig genug in die Milliarden. Was wird da eigentlich verkauft? Was ist den Käufern soviel Wert? Die Software aus denen die Plattformen bestehen mit Sicherheit nicht, auch nicht das Management oder die Teams der Macher. Das Branding und die aktiven User Communities sind es. Die eingebundene Nutzerbasis, die sich als Zielgruppe für Werbung eignet, als kritische Masse für Abonnements, als Baustein für Erweiterung von eigenen Angebotsportfolios etc. – Es geht um den Bestand und die Struktur von aktiven Nutzergemeinschaften. Und was haben nun diese Nutzergemeinschaften, das Gold 2.0, von solchen Unternehmensdeals? Wie wird ihre Mitwirkung, ohne die diese Deals kaum Sinn gemacht hätten, honoriert? Nada. Niente. Nil. Oder?

In welchem Verhältnis stehen nun die Anbieter zu den Nutzern hinsichtlich der Geschäftsmodelle? Das Fundament ist dabei in allen Modellen ausnahmslos immer die Mechanismen der Social Networks:

  • Nutzer als Kunden (Xing, flickr): Das klassische Modell. Einfach, klar und fair wie ich finde. Basisdienste sind kostenlos. Wer mehr will muss im Abonnement zahlen. Meistens überschaubare Monats- oder Jahresbeträge, die nach Ablauf nicht automatisch verlängert werden. Die Nutzer sind Kunden und werden auch so behandelt. Die Betreiber schaffen eine Community durch guten geldwerten Service.
  • Nutzer als Geschäftspartner (Shoppero, YouTube): Recht frisches Geschäftsmodell, dass noch in den Anfängen steckt. Die Nutzer sind mehr oder weniger am operativen Geschäftserfolg beteiligt, wie bespielsweise an den laufenden Werbeeinnahmen der Plattform. Ob dieses Modell angenommen wird, wird man in der Zukunft sehen. Resultiert in einer Reihe Microzahlungen an Nutzer mit „erfolgreichen“ Beiträgen. Das sind Beiträge, die gerne gelesen, angeschaut oder wahrgenommen werden. Manche sehen darin aber auch einen Anreiz zur Manipulation von Beiträgen. Und die Nutzer sind nicht am nachhaltigen Erfolg des Unternehmens oder der Gemeinschaft beteiligt. Bei Unternehmensverkäufen, den eigentlichen „Grossen Zahlen“ gingen sie leer aus.
  • Nutzer als Mitarbeiter (Qype u.v.a.m.): Wiederum ein klassisches Geschäftsmodell der WebZwoNullWirtschaft. Allerdings das auch aktuell am meisten diskutierte. Nutzer als Contentlieferanten, als Werber via Buttons, als PR’ler via Blogartikel einspannen bzw dazu motivieren. Als Schneeballwerfer und Kettenreaktionäre im viralen Marketing. Die Betreiber argumentieren mit dem kostenlosen Spass, den sie den Nutzern bieten und verweisen wiederum auf den kostspieligen Unterhalt dieser Plattformen und die unternehmerische, betriebswirtschaftliche, organisatorische Arbeit, die damit verbunden ist. Rechtlich scheint es mir in Deutschland in den AGBs der Betreiber eindeutig geregelt zu sein. Die Kritiker argumentieren mit den Stichwort AAL („Andere Arbeiten Lassen“). Zweifelsohne beiten diese Plattformen den User ihren Spass, sonst würden sie ja nicht mitmachen. Andererseits leben diese Plattformen aber auch massiv von den Beiträgen der User. Sie sind der einzige und eigentliche Content. Der Wert ist aber hier wiederum immer die aktive eingebundene User Community sowie die Reichweite der Plattformen und nicht die „journalistische Qualität“ des Content. Ein potentieller Käufer würde die Community kaufen, nicht den Content. Der Content ist nur der „Kleber“ für die Community.
  • Nutzer als Aktionäre (?): Bisher in der WebZwoWelt noch nicht markant in Erscheinung getreten. Warum nicht die User am Unternehmenswert beteiligen? Warum nicht User-Aktionäre schaffen?? Wie würde ein Commercial Commons ergänzend zum Creative Commons aussehen???

In der reinen Form kommen diese Modelle kaum vor. Mischformen sind die Regel.

Darüber würde ich gerne Samstag auf dem barcamp Hamburg 07 sprechen, offen und gerne kontrovers diskutieren. Vorangegangene Diskussion der Problematik findet sich hier, hier und hier.

Update: Das schwüle Wetter hat mich am Samstag geschafft. Heute am Sonntag versuche ich einen neuen Anlauf auf dem Barcamp Hamburg!

Jimmy Wales: Warum Crowdsourcing Gift ist

Wikipediagründer Jimmy Wales hat sich beim elektrischen Reporter zu Crowdsourcing und Web 2.0 geäussert. Ich finde seine Gedanken im Kontext von UGC , UGCV und AAL („Andere Arbeiten Lassen“) recht bemerkenswert.

Hier ein Ausschnitt aus dem frischen Interview als Transskript von Siggi Becker:

Eines der Themen gegen die ich in letzter Zeit auf die Barrikaden gehe ist dieser Begriff der im letzten Jahr etwas populärer geworden ist: Crowdsourcing der wie ich meine sehr, sehr schlecht ist. Ich mag ihn wirklich nicht. Ich denke das jeder der in diesen Raum gehen will und denkt sein Geschäftsmodell wäre Crowdsourcing, das wesentliche missversteht.

Es ist eigentlich eine Missachtung ihrer Communities. Sie denken eigentlich ihre Communities wären billige Arbeitskräfte. Aber Freiwillige sind keine Angestellten! Das ist eine vollkommen andere Motivation und man muss sie eigentlich wie seine Kunden sehen.

Ich habe schon in den Anfangstagen von WikiPedia über Kundenservice geredet, was heissen soll, die Leute kommen und wollen etwas für WikiPedia schreiben. Das ist ein Kunde für uns. Als Community und Organisation müssen wir so jemanden sehr gut behandeln.

Ich habe mir sagen lassen das das eine sehr amerikanische Sicht auf die Welt sei. Jemanden wie einen Kunden behandeln heisst freundlich zu ihm sein. Ich weiss nicht ob das so amerikanisch ist, aber ich denke das die Idea des Crowdsourcing wirklich Gift ist.

Nehmen wir nur mal an wir wollen eine Bowlinghalle eröffnen und Du stellst Dir vor das ginge indem man billig von den Leuten durch Crowdsourcing “Bowling” produzieren lässt. Das macht keinen Sinn, nicht? Das ist der vollkommen falsche Ansatz um eine erfolgreiche Bowlinghalle zu bekommen.

Du musst über die Leute die bei Dir bowlen wollen als Deine Kunden denken und darüber nachdenken was Du ihnen bereitstellen musst damit sie Spass haben, wie Bier und Hotdogs. Man sagt nicht: Wir werden kein Bier haben weil immer wenn Bier im Spiel ist, geht die Qualität des Bowlens runter.

So macht man keine Geschäfte. Man stellt einen Ort zur Verfügung damit die Leute das tun was ihnen Freude macht. Das Crowdsourcingmodell sagt aber: Geb ihnen das nicht. Sie mögen es vielleicht aber es mindert den Wert. Nein. Was eine Menge Leute da nicht verstehen sind die wirklichen Ideen von Gemeinschaft. Leute kommen zu Deiner Website um so was zu erleben. Vielleicht arbeiten sie auch für Dich. Sie sind glücklich wenn ein Nebenprodukt ist, das es anderen hilft.

Im allgemeinen gehen sie online um solche Situationen zu erleben, um Freundschaft zu schliessen und manchmal – obwohl sie das vielleicht nicht so ausdrücken würden – um Feinde zu finden. Ich meine damit jemanden zu finden dem man widersprechen kann und hoffentlich einen unterhaltsamen und respektvollen Streit haben kann.

Viele Web 2.0 Websites lassen all diese Dinge, die die Leute interessieren vermissen. Ich verstehe das ganz gut.

Zum Beispiel bin ich ein großer Fan von Flickr. Die Leute da wollen Dich nicht verletzen. Sie machen einen guten Job nicht indem sie darüber nachdenken wie sie die Seiten besser für Anzeigen machen, sondern wie sie die Seiten besser machen damit die Leute Photos hochladen und teilen. Sie denken also über sie wie ihre Kunden nach. Ich denke also man braucht da langfristiges, kein kurzfristiges Denken.

Das ist eine kleine Lehrstunde in Sachen Communitydesign.

Sind Communities einfach Commodities?

Anlässlich des Verkaufs von last.fm an CBS schreibt der Don:

Die Gründer solcher Startups machen im Prinzip folgendes: Sie fangen die User wieder ein, die den Medienkonzernen ins Internet entschlüpft sind, sammmeln sie in neuen Tätigkeiten an und führen sie dann über den Verkauf wieder den Medien zu.

Das Ganze ist einfach nur ein Spiel über Macht und Ohnmacht, über Communities und Marktanteile. Ja, Blogs spielen hier nur eine untergeordnete Rolle als Meinungsmacher und Kanonenfutter. Wirklich wirtschaftlich relevant sind sie in diesem Spiel nicht wirklich. Höchstens in der Masse als Commodity Asset wie mySpace oder ähnliches. So wie Murdoch sie gekauft hatte beispielsweise.

Das ist eine ganz nüchterne Betrachtung der Dinge. Nichts gegen Geschäfte. Nichts gegen smarte Leute. Was ich mich dabei gelegentlich allerdings frage ist, lassen sich so fragile und flüchtige Gebilde wie Communities überhaupt wirklich verkaufen? Sind Communities einfach nur Commodities (geworden)? Handelsware? Wahrscheinlich lässt es sich am ehesten vergleichen mit den mitveräusserten Kundenbeziehungen und -verträgen bei Firmenverkäufen. Oder Abonnenten, Stammlesern und Gelegenheitskäufern von Zeitungen bei Verlags- und Titelveräufen. Und die „Marke“ als Vehikel für das Ganze natürlich.

Und was hat das Ehrenwerte Community Mitglied davon? Der Nutzer, der einen nicht unwesentlichen Teil der Wertschöpfung beigesteuert hat und der bei diesen Megadeals regelmässig leer ausgeht? Diejenigen, die 99,8% des Inhalts auf der verkauften Plattform geliefert haben? Diejenigen, die den Rohstoff und die Ware für diese Infofabriken geliefert haben? Das Gold für die Digger? Diejenigen, die neue Nutzer geworben, die Werbung für die Plattform gemacht und die der eigentliche Grund für eine lukrative Übernahme waren??