Did You Know 4.0

Wieviele Leute habe ich in den letzten 12 Monaten neu kennengelernt? Wie viele Bücher bestellt? Reisen gebucht? Tweets geschrieben? Blogartikel veröffentlicht? Aber auch SMS gesendet? Wieviele Artikel gelesen? Websites erlebt? Wieviele Mails erhalten? Wieviele davon beantwortet? Wie oft habe ich mich geärgert? Oder gefreut? Gelacht? Via Internet. Ich weiss es nicht. Ich habe sie nicht gezählt. Alles hat sich verändert. Mehr als ich gedacht hätte in den letzten 12 Monaten. Aber nicht nur via Internet. Alles. Das ist gut so. Und dabei kommt es nur auf das eine einzige an. Und das hat nichts mit dem Internet zu tun. Fast nichts.

Piraten in die SPD

Nico Lumma diskutiert über die Piratenpartei, die SPD und die Netzpolitik und schreibt:

Ich glaube, daß die Piratenpartei aufgrund der Tatsache, daß sie als eigene Partei zu Wahlen antritt, jede Menge Potential zur Veränderung der Netzpolitik in Deutschland verschenkt. Ein Ansatz wie “Piraten in der SPD” hätte gewählt werden sollen, um die etablierten Parteien mit neuen Ideen zu versorgen und Leute zu finden, die diese Themen übersetzen können für die breite Masse der Bevölkerung, weil, lacht nicht, sie das Vertrauen der Menschen haben.

Hanno Zulla antwortet in einem der vielen Kommentare:

Ob die Piraten bleiben oder nicht, ist mir egal, aber sie haben die etablierten Parteien offenbar ausreichend nervös gemacht, dass sie sich nun dieses Themas annehmen. Und wenn die SPD nun zu diesem Thema endlich aus dem Quark herauskommt, ich freue mich drauf.

Die Piratenpartei ist eine Bewegung und ist ernst zunehmen. Sie repräsentiert bei ihren Anhängern einen nicht geringen Teil einer wichtigen Bürger- und Wählergruppe. Die Meinungsmacher und Multiplikatoren einer der wichtigsten Motoren für die aktuelle gesellschaftliche Veränderung: Das Web und die Netzpolitik. Ein Thema, das sämtliche etablierten Parteien sträflich vernachlässigt haben und in meinen Augen auch noch nicht wirklich verstehen.

Hat die Piratenpartei eine Chance ihre Anliegen in der parlamentarischen Republik durchzusetzen? Ich glaube nicht realistisch. Dazu sind es zu wenige und die Themen für den normalen Bürger zu komplex und abgehoben. Aber es sind genug viele, die innerhalb einer Partei, wie die SPD beispielsweise, durchaus grosse Veränderungen bewirken können. Netzpolitik kann so auf die Agenda kommen und ein wichtiger Bestandteil der etablierten Politik werden. Das sollte es auch. Das geht aber nur von innen. Und mit dem Druck von unten. Er muss nur gross und deutlich genug sein, um einen Kurswechsel herbeizuführen.

Ich würde es viel lieber sehen, engagierte Netzpolitik kompetent in den etablierten Parteien zu verankern. Denn ich möchte, dass sie umgesetzt wird. Mit dem Bild „Piraten in die SPD“ kann ich mich gut anfreunden. Denn sie korrespondieren auf eine natürliche Art und Weise sehr stark mit den Grundwerten der SPD: Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit. Aber auch mit dem fundamentalen Gesellschaftswandel.

Einig sind sich doch alle in der Strategie zur sinnvollen Netzpolitik: Das Netz muss frei bleiben. Frei von Massenüberwachung und Zensur. Mehr direktere Demokratie und Transparenz in den polischen Entscheidungsprozessen. Uneinig sind wir über den Weg zur Zielerreichung und die Mittel: Eine eigene Partei dafür oder der lange Marsch durch die etablierten Institutionen und Veränderung von innen.

Ich habe die SPD schon geentert.