TV Ads: Googlize it!

ConnectedMarketing.de berichtet über Googles Einzug in die Fernsehwerbung:

Nachdem Google mit AdWords bereits den Markt für Internetwerbung dominiert, soll als nächstes auch der TV-Werbemarkt googlisiert werden. Google TV Ads liefern im Betastadium bereits seit Mai diesen Jahres TV-Werbung für 13 Millionen US-Amerikaner aus.  Google TV-Werbung soll dabei  einfach zu buchen sein (wie bei AdWords), je nach Zuschauer soll die passende Werbung ausgeliefert werden (wie bei AdWords), und die Werbetreibenden sollen in Echtzeit Feedback über die Wirkung der Werbung erhalten (ebenfalls wie bei AdWords).

Es ist ausserordentlich interessant zu beobachten, wie gnadenlos Google seine zwei absoluten Stärken ausspielt. It’s the Gorilla Game, baby. Die weltbeste Suchmaschine und der weltbeste Werbegenerator. Was kommt als nächstes? Die verlorene Socke in der Waschmaschine suchen??

Rivva – jetzt neu, mit 90% weniger Features

Weniger ist mehr. Frank Westphal wirft Ballast in den Fluss und macht Rivva schlanker. Seine Hoffnung dabei:

Mehr Zeit, um die Sachen, die Rivva schon ganz gut macht, weiter zu verbessern (Kaizen).

Jede Zeile Code, die ich nun löschen kann, ist abgeworfener Ballast (Travel light).

Rivvas Fokus wird wieder schärfer (Simplicity).

Kein Wettrüsten um mehr, mehr, mehr Features. Für jede neue Funktion muss eine alte den Hut nehmen (Yin & Yang).

Ab ins Gebetbuch jedes Programmmanagers und Entwicklers. Sehr mutig. Aber richtige Entscheidung für einen klasse Dienst!

Gedanken über Social Networks anlässlich der Xing Profilumstellung (Update)

Am kommenden Wochenende wird Xing die Profile seiner Nutzer auf ein neues Xing Format umstellen:

  • Ein einfacheres Design und mehr Platz für weitere Informationen.
  • Weitere Personalisierung durch detailliertere Informationen zu beruflichem Werdegang und zu Ausbildung.
  • Eine neue Infobox, um die Gründe und die Motivation für das Networking bei Xing aufzuzeigen und somit die Erwartungshaltung deutlicher zu signalisieren.

Und vielleicht einer der interessantesten Aspekte hinsichtlich der Diskussionen um Konnektivität und Portabilität von Profilen in der Welt der Social Networks:

Xing möchte der Hauptstartpunkt der Reise in die facettenreiche Welt der Web 2.0 Identitäten werden. Am diesem Wochenende soll der erste Schritt in diese Richtung gemacht werden. Ich halte das für einen sehr bedeutsamen Schritt, da es zeigt, dass Xing die Herausforderung am Markt im Kampf um das Recht, die Identität der Nutzer (treuhänderisch) zu managen, angenommen hat. Xing möchte ein Hub für Webservices 2.0 werden.

Die Identität der Nutzer im Web 2.0 ist ein kostbares Asset. Es gehört dem Nutzer. Aber er muss es irgendwo in ein Netzwerk einbringen, damit es ihm nutzt. Entweder sind das Basic Social Networks wie Xing, LinkedIn oder das momentan völlig overhypte Facebook.

Oder es sind möglicherweise sogenannte Portable Social Networks wie NoseRub. In beiden Fällen geht es nicht einfach nur um die Identität – das wäre fast trivial möglich mit offenen Formaten wie Microformats – sondern es geht insbesondere um die Verwaltung der Beziehungen, die ein Nutzer hat zu anderen Nutzern und Dingen. XFN ist so ein offenes Format, um Beziehungen in Netzwerken darzustellen [Update 2007-09-28 9:00].

Die Impliziten Social Networks sind als dritte Gruppe, spezialisierte Webservices wie amazon, eBay, Flickr, Qype in denen jeweils de facto ein Social Network eingebettet ist.

Die Herausforderung liegt darin, dass die Objekte der Netzwerke in der Regel global verteilt sind. Die Portable Social Networks wollen sie auch verteilt managen und die Basic Social Networks claimen sie zentral. Und die Impliziten Social Networks haben völlig propriätere Formate, die sie streng hüten, denn diese Formate schaffen für Nutzer Abhängigkeiten vom Plattformanbieter.

Es gibt übrigens im Prinzip neben den Basic, Portable und Impliziten Social Networks noch eine vierte Variante: Ich nenne es den Glue, den Kleber. Anbieter, die als Social Network Gateway oder Connector zwischen den Social Network Inseln fungieren. Wäre es nicht schön, die Möglichkeit zu haben, sich als Xing User beispielweise mit einem LinkedIn User oder einem Qype Profil zu verbinden? Und zwar ohne Xing zu verlassen? Technisch gesehen sind solche Gateways sogenannte Mapper, die allerdings mit grossem Aufwand immer nachgepflegt werden müssen, da die Platzhirsche des Networking ständig ihre Formate ändern.

Das feinste wäre natürlich, alle Social Networks würden sich auf einen noch auszuarbeitenden International Standards of Social Networking hinsichtlich der Austauschformate und Protokolle einigen. Doch das ist wohl die fernste Utopie.

Ich schätze, dass in den kommenden 24 Monaten der Kampf um die Identitäten im Web 2.0 entschieden ist. Xing wird dabei ein Player sein. Zumindestens in Europa. Ich bin gespannt.

Kreditkarten sollten RSS Feeds haben

Eine der vielen Ideen in ShouldDoThis von den Leuten von Robot Coop. Genial. Einfach. So sollten Webangebote sein.

Ja, Kreditkarten sollten RSS Feeds haben, damit ich immer darüber informiert bin, was ich schon wieder ausgegeben haben und nicht von meiner Abrechnung im nächsten oder übernächsten Monat erschlagen werde! Ja ich will RSS Feeds. Und tausende anderer Geschäftsideen für zehntausende Startups! [Website entdeckt via O’Reilly Radar]

wevent.org braucht einen neuen Namen!

Ich habe eben vor fünf Minuten einen absolut genialen neuen Namen für wevent.org gefunden und den gleich auf Verfügbarkeit gecheckt. Ich kann es kaum glauben: Alle Top Level Domains sind frei. International. Und das mit einem Namen mit nur acht Buchstaben, den man garantiert in allen Sprachen einwandfrei aussprechen kann. Klingt etwas italienisch. Und man ahnt, worum es gehen könnte. Und klingt fast wie der alte Name, hat aber einen anderen Dreh…

Update: Was ist nun los? Spreadshirt sucht neues Logo und einen neuen Slogan [via], Mister Wong sucht immer noch ein Logo, noch jemand?? Neue Namen, neue Logos, neue Slogans. Das Web verbraucht schnell.

Personal Brand und Identität im Web 2.5

Thomas Frütel hat einen recht klugen Essay über Identität und Branding im Web 2.5 geschrieben:

War früher die eigene Website mit deren Inhalten Dreh- und Angelpunkt der Marke eines Netizens, finden sich diese Inhalte plötzlich über das ganze Web verteilt. Der Mörtel, der die Informationssplitter zusammenkittet, ist die Identität ihres Erzeugers. Eine starke Identität stellt dabei sicher, dass den Daten auch die Aufmerksamkeit zuteil wird, die ihnen gebührt. Die Plattform selbst spielt dabei eine sekundäre Rolle. Würde ein Scoble sich entschliessen, auf dem dahindarbenden Dukudu zu schreiben, seine Leserschaft würde ihn finden. Sollte Robert Basic seine Website dichtmachen und anfangen, auf seiner Facebook-Seite zu bloggen – ich glaube nicht, dass er viele Stammleser dadurch verlieren würde. Nicht BasicThinking ist die Marke, Robert selbst ist es.

Die fixe Webadresse, die Immobilie im Web, atomisiert sich und wird mobil. Die ehemals monolithische Website zerfällt in Contentpartikel, die über das ganze globale Dorf vertreut sein können. Das ist mittlerweile ziemlich eindeutig. Ich persönlich glaube, das was Thomas beschreibt, nicht einfach nur durch die „Marke“ zusammengehalten wird, sondern auch insbesondere durch (manchmal lose) miteinander verbundene Soziale Netzwerke. Xing ist beispielsweise einer meiner Fixpunkte in den Weiten des Web. Meine Blogs und anderen Finger- und Fussabdrücke im Netz wechseln bekanntlich bzw. passen sich den sich verändernden Interessen-, Berufs- und Lebensumständen jeweils an.

So gesehen ist „Cem Basman“ meine Marke. Mein Personal Brand. Nicht nur im Web.

Migrationstool von Fotos nach 23

Frische Meldung aus 23’s blog:

We wanted to write a quick plug for Migratr, which is a very basic tool for moving photos between 23 and some secondary and lesser known photo-services such as Flickr, Picasa and SmugMug. It’s Windows-based, extremely simple to use, and it allows transfers in all directions between the supported sites. So that’s just one more reason to try out 23.

Some secondary and lesser known photo-services such as Flickr… Bastards! Cool.

NoseRub: Dirk Olbertz entwickelt eine Architektur für ein Dezentrales Social Network

Eskimos tun es. Saudis tun es. Sie reiben sich die Nasenrücken bei der Begrüssung aneinander. Sie schauen sich dabei in die Augen. Das ist mehr als ein Händedruck. Das ist ein sehr intimer Vertrauensbeweis. NoseRub. So nennt Dirk Olbertz, bekannt durch u.a. blogscout.de, seine Architektur für ein Dezentrales Social Network. Eine offene neutrale Architektur, die unabhängig von den kommerziellen Social Networks, die persönlichen Daten eines Nutzers privat und lokal halten, die aber gleichzeitig diese den anderen wieder auch zur Verfügung stellen.

Der Nutzen solch einer Lösung ist offensichtlich: Die Nutzer sind nicht mehr abhängig von den kommerziellen Social Networks u.ä. embedded Lösungen wie beispielsweise beim selbstverschuldeten Zensur-Desaster von flickr. Es war für viele schwer sich von flickr zu lösen und zu anderen Dienstleistern zu gehen. Der Fall Flickr zeigte

…die massiven Wechselwirkungen zwischen einer an sich banalen Webanwendung und dem darin entstandenen und eingebetteten Sozialen Netzwerk. Es zeigt eben auch, dass es kommerziellen Anbietern eigentlich um dieses Netzwerk geht und gar nicht mehr um die Anwendung.

Dirk hatte mich Ende Juni gefragt, ob ich Lust hätte mit ihm über die Lösung nachzudenken. Es hat mich sehr geehrt und ich hatte mit grosser Freude zugesagt. Kurz danach erwischte mich der StartupWeekend-Tsunamie! Ich bedauere zutiefst, dass ich an dieser Sache mit ihm nicht mehr zusammenarbeiten kann. Dirk, du hast dir wirklich die schönste Herausforderung gesucht und gefunden. Es ist ein Achttausender ohne Sauerstoffmaske. Der Weg ist steil. Aber die Fahne wird auf dem Gipfel wehen! Ich drücke dir die Daumen.

Dirk plant beim BarCamp Cologne 2 am 18./19. August 2007 seinen Prototypen vorstellen. Ich glaube das wird das Highlite. Ich halte Dezentrale Social Networks für eines der heisstesten Themen die in Web 2.0 derzeit zu vergeben sind. Sie sind engverknüpft mit den Themen um Identity 2.0, OpenID, Microformats und einiges, was noch neu dazu kommen wird. Nämlich die eigene Architektur, den Kleber für all die Standards, die es schon gibt. Es könnte NoseRub sein.