Am kommenden Wochenende wird Xing die Profile seiner Nutzer auf ein neues Xing Format umstellen:
- Ein einfacheres Design und mehr Platz für weitere Informationen.
- Weitere Personalisierung durch detailliertere Informationen zu beruflichem Werdegang und zu Ausbildung.
- Eine neue Infobox, um die Gründe und die Motivation für das Networking bei Xing aufzuzeigen und somit die Erwartungshaltung deutlicher zu signalisieren.
Und vielleicht einer der interessantesten Aspekte hinsichtlich der Diskussionen um Konnektivität und Portabilität von Profilen in der Welt der Social Networks:
Xing möchte der Hauptstartpunkt der Reise in die facettenreiche Welt der Web 2.0 Identitäten werden. Am diesem Wochenende soll der erste Schritt in diese Richtung gemacht werden. Ich halte das für einen sehr bedeutsamen Schritt, da es zeigt, dass Xing die Herausforderung am Markt im Kampf um das Recht, die Identität der Nutzer (treuhänderisch) zu managen, angenommen hat. Xing möchte ein Hub für Webservices 2.0 werden.
Die Identität der Nutzer im Web 2.0 ist ein kostbares Asset. Es gehört dem Nutzer. Aber er muss es irgendwo in ein Netzwerk einbringen, damit es ihm nutzt. Entweder sind das Basic Social Networks wie Xing, LinkedIn oder das momentan völlig overhypte Facebook.
Oder es sind möglicherweise sogenannte Portable Social Networks wie NoseRub. In beiden Fällen geht es nicht einfach nur um die Identität – das wäre fast trivial möglich mit offenen Formaten wie Microformats – sondern es geht insbesondere um die Verwaltung der Beziehungen, die ein Nutzer hat zu anderen Nutzern und Dingen. XFN ist so ein offenes Format, um Beziehungen in Netzwerken darzustellen [Update 2007-09-28 9:00].
Die Impliziten Social Networks sind als dritte Gruppe, spezialisierte Webservices wie amazon, eBay, Flickr, Qype in denen jeweils de facto ein Social Network eingebettet ist.
Die Herausforderung liegt darin, dass die Objekte der Netzwerke in der Regel global verteilt sind. Die Portable Social Networks wollen sie auch verteilt managen und die Basic Social Networks claimen sie zentral. Und die Impliziten Social Networks haben völlig propriätere Formate, die sie streng hüten, denn diese Formate schaffen für Nutzer Abhängigkeiten vom Plattformanbieter.
Es gibt übrigens im Prinzip neben den Basic, Portable und Impliziten Social Networks noch eine vierte Variante: Ich nenne es den Glue, den Kleber. Anbieter, die als Social Network Gateway oder Connector zwischen den Social Network Inseln fungieren. Wäre es nicht schön, die Möglichkeit zu haben, sich als Xing User beispielweise mit einem LinkedIn User oder einem Qype Profil zu verbinden? Und zwar ohne Xing zu verlassen? Technisch gesehen sind solche Gateways sogenannte Mapper, die allerdings mit grossem Aufwand immer nachgepflegt werden müssen, da die Platzhirsche des Networking ständig ihre Formate ändern.
Das feinste wäre natürlich, alle Social Networks würden sich auf einen noch auszuarbeitenden International Standards of Social Networking hinsichtlich der Austauschformate und Protokolle einigen. Doch das ist wohl die fernste Utopie.
Ich schätze, dass in den kommenden 24 Monaten der Kampf um die Identitäten im Web 2.0 entschieden ist. Xing wird dabei ein Player sein. Zumindestens in Europa. Ich bin gespannt.