Rechtschreibeprüfung per Google…

Manchmal, wenn ich mir über die Schreibweise eines Wortes nicht ganz sicher bin, befrage ich Google. Ich tippe das Wort ein und Google macht einen Verbesserungsvorschlag, falls es seiner Meinung nach falsch sein sollte und fragt mich dann höflich „Meinten Sie:“. Manchmal tippe ich auch Varianten des Wortes ein und schaue, welche Variante mehr Google-Hits hat. Rechtschreibung per Crowdwisdom. Funktioniert auch mit Redewendungen und Formulierungen. Nicht nur in deutsch. Mit dem Internet haben sich meine Schreibgewohnheiten ziemlich verändert.

14 Kommentare zu „Rechtschreibeprüfung per Google…

  1. Da die „meinten Sie“ Funktion nicht orthographisch arbeitet, macht das aber weniger Sinn. Ich gehe immer zu dict.leo.org – die berichtigen das besser. Bei Google werden eher Buchstabendreher verbessert. Da gibts irgendwo im Internet (musste mal googlen;) Berichte ueber einen 15-Zeiler in Python welcher der ganzen Sache zu Grunde liegt.

  2. Oha, das ist aber gefährlich!
    Allein das Beispiel ‚Standart‚ zeigt, dass bei der Rechtschreibung die Masse nicht immer richtig liegt.
    Ich empfehle Dir da lieber den Wortschatz der Uni Leipzig. Der hilft auch bei Formulierungsschwierigkeiten mit dem in meinen Augen besten Thesaurus.

  3. Zu dem Thema fällt mir immer wieder die folgende Geschichte ein:
    Ein Kumpel untersuchte vor etlichen Jahren im Rahmen seines Studiums wie häufig falsche Schreibweisen waren. Er hatte sich ein Skript gebastelt, das per google jeweils die Anzahl der richtigen und falschen Schreibweise im WWW ermittelte.
    Als er sich dann mit seinem Professor zusammen die Liste durchsah, wunderten sie sich, warum statt „analog“ so oft „analag“ gefunden wurde. Ein paar Klicks weiter und sie blickten gemeinsam auf wohl nur mittelmäßig erotische Seiten mit „anal agony“.
    Das müssen ein paar recht interessante Sekunden gewesen sein, bis dann mit einem „Mmmh, äa, nunja“ zum nächsten Sprachphänomen gewechselt wurde :-)

  4. Ich glaube, diese Vorgehensweise führt dazu, dass sich ohnehin weit verbreitete Fehler weiter verfestigen.

    Wortschatzt Leipzig ist, wie von Peter Claus empfohlen, eine gute Wahl. Für Sprichworte empfehle ich den Redensarten-Index.

  5. Das ist schon eine gute Herangehensweise. Denn Sprache wird vom Volk gemacht, nicht von den Duden-Leuten. Und wenn es mehr Leute gibt, die „Standard“ mit T am Ende schreiben, dann sollte es auch so sein.

    „Pedantisches Beharren ist der Kobold kleiner Geister!“ wie es so schön heisst …

  6. @alp: die Duden-Leute arbeiten doch genau so. Die Redaktion schaut dem Volk aufs Maul und überarbeitet den Duden regelmäßig.

    Dennoch: Sprache ist nicht demokratisch, sie lebt. Einfache Mehrheiten bestimmen bei der Sprache nie, was „richtig“ oder „falsch“ ist. Zeit, Trends und Stil spielen auch eine Rolle. Das wird m.E. Google mit seinem Script niemals vollständig abbilden können.

  7. Ich verwende gelegentlich das Wiktionary. Zwar mangelt es noch sehr an Inhalten, aber die vorhandenen sind teilweise sehr hilfreich, u.a. mit Konjugation, Synonyme,.. . Im Zweifelsfall hilft auch ein gutes, halbwegs aktuelles Wörterbuch bzw. in Deutschland der Duden. Damit er eben nicht verstaubt. :)

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