Facebook kolonialisiert das Web. (Update)

Facebook schiebt sich immer stärker zwischen seine Nutzer und die Inhalte, die (noch) nicht in Facebook sind. Facebook wirkt wie ein Kolonialist im Web, wie ein Eroberer. Es greift massiv Klickraten von unabhänigen Webseiten ab und macht es fast unmöglich, auf Inhalte direkt zuzugreifen.

Facebook kolonialisiert das Web. Es legt sich wie ein Smogdunst darüber. Facebook hat Google und andere Suchmaschinen abgelöst. Bezeichnenderweise lässt sich innerhalb von Facebook praktisch nicht mehr suchen. Web-Inhalte werden wie Convinience-Food häppchenweise schnell und teilbar zum Konsum angeboten. Facebook ist zum MacDonalds des Webs geworden.

Es wird immer schwerer direkte Links auf Web-Inhalte zu setzen. Ein radikales Beispiel sind Facebook Instant Articles.

Ich versuche seit kurzem meine eigene Online-Heimat aus diesen Fängen zu befreien und merke wie schwer es ist wieder die eigene Souverenität und Blog-Hoheit wieder zu erlangen. Momentan fahre ich noch eine zweiglesige Strategie: Blog und Facebook.

Ein Kampf gegen Windmühlen. Aber es lohnt sich. Blogt mehr und schafft mehr originale Inhalte. Werdet unabhängig von Facebook!

Update: Der Guardian verabschiedet sich von den Facebook Instant Article. Good move!

7 Kommentare zu „Facebook kolonialisiert das Web. (Update)

  1. hast du ein beispiel für link-schwierigkeiten mit instant-articles (IA)? jeder instant article hat auch eine korrespondierende webseite, dessen url in facebook immer sichtbar ist, lediglich die mobile app nutzt die facebook-interne IA-adresse. aber auch aus dem artikel heraus kommt man, wenn man will, auf die original-url.

      1. in der IA-ansicht ist hinter dem drei-punkte-menü oben rechts alles versteckt: „link kopieren“ (kopiert die original-url) oder „in safari öffnen“ (auf android wahrscheinlich so ähnlich).

  2. Wenn man sich nur in der Kolonie bewegt, dann scheint dies zu sein. Aber man muss nicht in diesem walled garden bleiben. Man kann sich sehr gut außerhalb von Facebook im Web bewegen und daher teile ich diese – durchaus berechtigte – Kritik nicht.

    1. Naja … und Inhalte, die in der Kolonie stattfinden sind praktisch nicht erreichbar, weil weite Teile der Seite hinter Overlays verschwinden. Dafür dass Facebook zuerst eine Webseite war und ist, ist das schon eine ganz schöne Frechheit, denn der Rest vom Web macht das ja auch nicht so. Auf den allermeisten Seiten – wie z.B. hier – kann man nicht nur die Inhalte ohne Einschränkungen lesen sondern auch ohne weitere Einschränkung partizipieren, sprichen Kommentare hinterlassen. Und: Das besonders obszöne daran: Diejenigen, denen Facebook seine Reichweite verdankt, die Leute, die dort Inhalte einstellen – denn Facebook macht ja selber praktisch gar nichts – die sind da ja, _weil_ sie andere erreichen wollen. Dass Facebook sich dazwischen stellt und sagt: Wer hier nicht angemeldet ist, den hindern wir daran hier mitzulesen und zu partizipieren – das ist ja nicht im Interesse der Ersteller der Inhalte, sondern einzig und allein zum Vorteil von Facebook selber, ist Monopolmissbrauch, ist – da hat Cem völlig Recht – Gebaren aus der Zeit des Kolonialismus.

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